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Badetherapie bei Neurodermitis
Badende Frau Badetherapie

Badetherapien bei Neurodermitis

Jeder kennt die heilenden Eigenschaften eines warmen Bades: Verspannungen werden gelöst, Sorgen und Ängste treten in den Hintergrund und der Körper wird auf sehr angenehme Weise entlastet. Zur persönlichen Wohlfühlbehandlung kennt man schon seit Längerem Licht-Sound-Bäder oder Floating-Tanks. Für Menschen mit einer chronischen Hauterkrankung bekommen Bäder eine zusätzliche Bedeutung: Im Zusammenspiel mit Licht oder heilenden Substanzen verbessert sich der Hautzustand – teils ganz dramatisch.

Allgemeine Baderegeln: Weniger ist mehr

  • Baden Sie nicht zu häufig, denn so wird der Haut Feuchtigkeit entzogen
  • Wählen Sie eine Wassertemperatur zwischen 26 und 36 Grad (zu heißes Wasser fördert Juckreiz)
  • Baden Sie mit klarem Wasser (Zusätze oder Schaumbäder trocknen die Haut und können allergische Reaktionen hervorrufen)
  • Reinigen Sie die Haut mit milden Waschlotionen (auf den pH-Wert achten), bei der Auswahl den Hautarzt befragen
  • Tupfen Sie die Haut nach dem Baden nur ab
    Cremen Sie sich nach dem Baden großflächig ein

Ölbäder besonders für Kinder geeignet

Eine ideale Ergänzung zur Hautpflege sind Ölbäder. Sie lösen hartnäckige Schuppen und Krusten, lösen reizende und potenziell allergieauslösende Stoffe von der Haut, befeuchten die Haut und erhöhen die Hautelastizität. Sogenannte spreitende Ölbäder sind hierfür am besten geeignet, sie hinterlassen nach dem Baden einen feinen Fettfilm auf der Haut. Spreitende Ölbäder sind für die meisten zwar weniger angenehm, weil hier der Ölfilm wie Fettaugen auf der Wasseroberfläche schwimmt. Jedoch sind diese Bäder besser verträglich, da sie ohne Emulgatoren auskommen. Vorsicht ist bei Ölbädern geboten, denen zusätzlich antimikrobioelle Wirkstoffe beigefügt sind ist, diese können Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Passen Sie auch beim Heraussteigen aus der Wanne auf, durch das Öl wird die Badewanne sehr rutschig sein.

Bleichebad gegen Entzündungen

Eine noch relativ neue Behandlungsmethode fanden US-amerikanische Wissenschaftler. Diese badeten ihre kleinen Patienten in flüssiger Bleiche (Natriumhypochlorit). Bei zweimaliger Anwendung pro Woche waren die Ergebnisse phänomenal. Der Hautzustand verbesserte sich dramatisch und die Anzahl der Neurodermitis-Schübe sank. Das Geheimnis der Bleiche ist, dass sie Bakterien auf der Haut abtötet, anders als Antibiotika kann sie jedoch keine Resistenz hervorrufen. Hintergrund: Kinder kratzen ihre Haut sehr häufig auf, durch die offenen Wunden dringen Bakterien ein, die Haut entzündet sich. Solche Infektionen sind schwer zu bekämpfen, besonders dann wenn solche Bakterien wie Staphylokokken ins Spiel kommen, gegen die Antibiotika nur schwer etwas ausrichten kann.

Badetipps aus der Pflanzenheilkunde

Kleiebad: Hierzu 500 Gramm Weizenkleie in 5 Liter kaltes Wasser geben und 30 Minuten kochen lassen, Sud ins Badewasser geben (gesiebt oder ungesiebt), kann bis zu zwei Wochen aufbewahrt werden.

Kleopatra-Bad: einen EL kaltgepresstes Öl mit einem Viertelliter Milch mischen, diese Mischung ins Badewasser geben, ein Kleopatra-Bad soll die Haut stabilisieren

Licht-Bade-Therapie

Das Salzbad wird jeder Neurodermitiker kennen. Um den Heilungseffekt zu vergrößern, kann es mit einer Lichtbestrahlung kombiniert werden. Im sogenannten TOMESA-Verfahren wird dem Badewasser TOtes MEer SAlz hinzugegeben. Zusätzlich wird die Haut mit mehrwelligem Licht bestrahlt. Diese Behandlung nennt man synchrone Balneophototherapie. Bei der asynchronen Balneophototherapie badet der Patient in einer Salzlösung, anschließend erfolgt eine Bestrahlung mit UVB-Licht. Ohne extra eine Kur machen zu müssen, gibt es auch eine vollkommen natürliche Variante dieser Behandlung. Statt in die Berge zu fahren, sollten Neurodermitis-Patienten einen Mittelmeerurlaub einplanen. Die Sonne-Salz-Kombi tut vielen sehr gut.

Die Kraft der Heilmöhre

Im Rahmen der Bade-PUVA (Psoralen plus UVA) kommen sogenannte Psoralen zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Extrakt aus der Knorpelmöhre, der in das Badewasser gegeben wird. Psoralen kommt auch in anderen Pflanzen vor, das Besondere ist seine lichtsensibilisierende Eigenschaft, das heißt, der Körper wird lichtempfindlicher. Je nach Hautzustand werden die Patienten schon in der Wanne mit UV-Licht bestrahlt oder nach dem Baden. Eine Variante ist die orale PUVA-Therapie, bei der Psoralen als Medikament eingenommen wird, auch hier erfolgt anschließend eine Bestrahlung mit Licht. Bei dieser Variante kommt es häufiger zu Nebenwirkungen, auch besteht der Verdacht eines erhöhten Hautkrebsrisikos.


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