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Seelischer Stress fördert Allergien
Seelische Traumata fördern Allergien

Seelischer Stress fördert Allergien beim Kind

Dass die Psyche bei der Entstehung von Krankheiten keine ganz unwesentliche Rolle spielt, weiß man inzwischen. Auch bei Allergien ist dieser Zusammenhang bekannt. Schon im Kleinkindalter kann es zu traumatischen Ereignissen kommen, die das Allergierisiko drastisch steigen lassen. Auch psychisch kranke Eltern sind ein Risiko und erhöhen die Möglichkeit einer späteren Allergie.

Deutsche Langzeitstudie findet Blut-Nachweis

In einer deutschen Langzeitstudie konnten Wissenschaftler verschiedener Universitäten und Kliniken den Nachweis erbringen, dass bestimmte seelische Auslöser das Allergierisiko beim Kind erhöhen. Beteiligt waren das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (UFZ), das Helmholtz Zentrum München, das Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) in Düsseldorf sowie weitere Universitäten und Kliniken. Ziel der Studie war es, Zusammenhänge zwischen dem kindlichen Immunsystem, der Lebensweise und der Entstehung von Allergien zu erforschen. Etwa 230 Kinder wurden in ihrem sozialen Umfeld besucht, zusätzlich wurde das Blut der Kinder auf bestimmte Immun- und Stressmarker untersucht.

Umzug und Scheidung der Eltern belastend

Seelischer Stress hat nachweislich einen Effekt auf das kindliche Immunsystem und das Allergierisiko. Aber nicht jede Situation belastet Kinder gleichermaßen. So empfanden die untersuchten Kinder besonders Umzüge und die Scheidung der Eltern als belastend, der Tod naher Verwandter oder Arbeitslosigkeit der Elternteile hatte hingegen keinen Einfluss auf das Immunsystem. Hatte das Kind Stress, konnten besonders hohe Konzentrationen des Stresspetids VIP nachgewiesen werden. Dieser Stoff nimmt wahrscheinlich eine Vermittlerrolle zwischen den Stressereignissen und dem kindlichen Immunsystem ein. Auch bestimmte Immunmarker, die mit der Entstehung allergischer Reaktionen verbunden sind, waren nach traumatischen Ereignissen deutlich erhöht.

Einfluss psychisch kranker Eltern

Das Zusammenleben mit einem psychisch kranken Elternteil scheint das Allergierisiko ebenfalls zu erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie der Columbia Universität, die Datenmaterial von 9200 Eltern und deren Kindern auswertete. Eltern, die unter Depressionen oder Panikattacken leiden, haben häufiger Kinder, die an Asthma und Allergien leiden. Demnach ist der genetische Faktor entscheidend, der Zusammenhang zwischen Allergie und psychischer Erkrankung eines Elternteils konnte besonders bei der Mutter festgestellt werden.

Alltagsstress verstärkt bestehende Allergien

Auch wenn bereits eine Allergie, Asthma oder Neurodermitis vorhanden ist, spielt die Psyche des Kindes eine große Rolle. Eine große Hausarbeit, Krach mit den Freunden oder Liebeskummer – Alltagsstress lauert überall – auch für die ganz Kleinen. Denn Stress kann allergische Reaktionen verstärken. Kleine Neurodermitiker etwa reagieren auf Stress mit einer erheblichen Hautverschlechterung. Auch auf Asthma haben seelische Belastungen einen ungünstigen Einfluss. Für Eltern allergiekranker Kinder ist es daher wichtig, dass ihr Kind schon früh an speziellen Schulungen teilnimmt und auch Entspannungsmethoden erlernt, um besser mit stressigen Situationen umzugehen.


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