Um alle Artikel vollständig lesen zu können, müssen Sie angemeldet sein.
Falls Sie noch keinen Account bei myAllergo haben, können Sie sich hier registrieren.
Während viele Maßnahmen der Allergievorbeugung als umstritten gelten und nicht wissenschaftlich untermauert sind, ist das beim Stillen ganz anders. Gesundheitsämter, Kinderärzte und Wissenschaftler gleichermaßen sagen übereinstimmend: Stillen Sie Ihr Kind! Die nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (bfR) empfiehlt volle sechs Monate ausschließlich zu stillen. In der aktuellen Allergie-Leitline der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI ) heißt es, dass vier Monate bereits ausreichen.So ist die Mutter früher wieder unabhängig und weniger Druck ausgesetzt, dem Baby schadet der frühere Einstieg in die Beikost aber nicht.
Die Antwort auf die Frage, warum Sie stillen sollten, ist ganz einfach: Sie senken das Risiko, dass Ihr Kind eine Allergie bekommt, um die Hälfte. Dies ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Die sogenannte GINI (German Infant Nutritional Intervention)-Studie fand heraus, dass ausschließliches Stillen während der ersten vier Lebensmonate das Allergierisiko um etwa 50 Prozent senkt. Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergisches Asthma kämen demnach seltener vor. Doch Muttermilch kann sogar noch mehr. Beate Thier, Ärztin bei der Techniker Krankenkasse, meint: „Gestillte Babys erkranken später seltener an Mittelohrentzündungen und Infektionen des Magen-Darm-Traktes oder der Luftwege.“
Wie schafft es nun die Muttermilch, das Allergierisiko so entscheidend zu verringern? Die vielfältigen Inhaltsstoffe in der Muttermilch und der Vormilch (Kolostrum) machen den Darm fit und stärken das Immunsystem des Kindes. Zum Einen wird das Baby an die unterschiedlichsten Nahrungsbestandteile gewöhnt, da winzige Mengen der Aromen aus der Nahrung der Mutter in die Muttermilch gelangen. Es hat dann später weniger Probleme, wenn es Beikost und Familiennahrung isst. Auch der Geschmackssinn wird so geschult. Zudem wird das Immunsystem auf potenzielle allergene trainiert, die Abwehrstoffe bleiben flexibel, da die Nahrung der Mutter ja jeden Tag anders ausfällt.
Muttermilch besteht aus etwa 200 verschiedenen Substanzen. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören die sogenannten Immunglobuline. Dies sind besondere Antikörper, die bei der Abwehr von Krankheitserreger helfen. Fast genauso wichtig sind abwehrfördernde Enzyme, zum Beispiel Lysozym. Aber nicht nur, weil sie Allergien vorbeugen kann, ist Muttermilch sowichtig. Sie hilft Ihrem Kind, sich optimal zu entwickeln. So enthält Muttermilch viele Stoffe, die Ihrem Baby beim Wachsen helfen. Die Nährstoffzusammensetzung ist optimal auf Ihr Kind abgestimmt. Muttermilch enthält alle Vitamine, Eiweiße, Kohlenhydrate und Mineralien, die es benötigt.
Wenn Sie Ihrem Kind die Brust geben, senken Sie nicht nur das Allergierisiko. Stillkinder nehmen auch langsamer zu als Flaschenkinder und neigen somit als Erwachsene seltener zu Übergewicht. Auch Sie selbst kommen in den Genuss zahlreicher Vorteile. Frauen, die gestillt haben, haben generell ein geringeres Brustkrebsrisiko, erreichen schneller wieder ihr Ausgangsgewicht. Auch die Gebärmutter bildet sich schneller wieder zurück. Auch emotional ist Stillen eine gute Wahl. Die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind wird gestärkt
Leider reicht manchmal die Muttermilch nicht aus oder die Mutter kann aus gesundheitlichen Gründen nicht stillen. Um dennoch das Allergierisiko kleinzuhalten, sollte – in Absprache mit dem Kinderarzt – sogenannte HA-Nahrung gegeben werden. In dieser hypoallergenen Babynahrung wurde das Eiweiß so weit aufgespalten, dass es weniger allergieauslösend wirkt.
Was sagen Sie dazu? Verfassen Sie hier einen Kommentar:
Die mit * versehenen Felder sind Pflichtfelder, die einen Eintrag erfordern.
Meinungen
Es sind keine Kommentare vorhanden.