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Impfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten vorbeugenden Möglichkeiten in der Medizin. Ziel einer jeden Impfung ist die Vorbeugung einer Krankheit. Bei hoher Durchimpfung können einzelne Krankheitserreger sogar regional ganz ausgerottet werden. So gelang etwa die Ausrottung der Pocken. Auch die Masern sollen weltweit ausgerottet werden, dieses Ziel wurde jedoch erst in Skandinavien und Australien erreicht. In Deutschland besteht keine Impfpflicht.
Man unterscheidet zwischen Impfreaktion und Impfschaden. Normale Impfreaktionen bestehen in Hautrötungen, leichtem Fieber oder Kopfschmerzen. Da viele Menschen eine Impfung als schweren körperlichen Eingriff empfinden, steigt auch die Selbstbeobachtung, sodass körperlichen Beschwerden viel größere Aufmerksamkeit beigemessen wird und oft der Impfung angelastet werden. Impfkomplikationen sind hingegen teils schwere Nebenwirkungen, etwa ein anaphylaktischer Schock, oder ein Ausbruch der Krankheit, gegen die geimpft werden sollte.
In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für die Sicherheit von Impfstoffen zuständig. In einer Online-Datenbank werden alle Impfkomplikationen und Verdachtsfälle zusammengetragen. Im Jahr 2005 etwa meldeten Ärzte und Pharmafirmen 1400 vermutete Impfkomplikationen. Im selben Jahr wurden in Deutschland 44 Millionen Impfdosen verkauft. Umgerechnet ergibt dies rund drei Verdachtsfälle pro 100.000 verkaufter Impfung.
Impfgegner sehen in Impfungen den Hauptgrund für die ständig steigende Anzahl der Allergien. Große Studien widerlegen diesen Zusammenhang. Auch der Vergleich BRD und ehemalige DDR zeigt, dass zwischen Allergien und Impfungen kein Zusammenhang bestehen kann.
In der ehemaligen DDR bestand Impfpflicht, Allergien waren hier hingegen sehr selten. Ein Beispiel: In der DDR wurde gegen Keuchhusten geimpft, in der BRD war die Keuchhusten-Impfung bis 1991 nur für Risikokinder empfohlen worden. Es waren nur rund 10 Prozent der westdeutschen Kinder gegen Keuchhusten geimpft. Die geimpften Kinder in der DDR waren seltener von Allergien betroffen als die weniger häufig geimpfte in der BRD. Nach der Wende stieg in den neuen Bundesländern die Zahl der Allergien stark an, die Impfraten sanken jedoch.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, dass auch allergiegefährdete Kinder geimpft werden sollen. Für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko sind die empfohlenen Schutzimpfungen sogar besonders wichtig da Infektionskrankheiten bei empfindlichen Kindern noch schwerer verlaufen. Hat Ihr Kind bereits eine Allergie, Asthma oder Neurodermitis sollte nur dann geimpft werden, wenn keine Beschwerden auftreten. Welche Impfungen im Kindesalter empfohlen werden, lesen Sie im Impfkalender der STIKO.
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