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Hypoallergene Babynahrung
Vater füttert sein Kind

Allergieprävention: Hypoallergene Babynahrung

Zwar wollen etwa 90 Prozent der werdenden Mütter stillen, nach zwei Monaten sind es aber nur noch 30 Prozent, die voll stillen. Saugprobleme, entzündete Brustwarzen, zu wenig Milch und andere Probleme verhindern, dass der Stillwunsch in die Tat umgesetzt werden kann. Aber gerade für Allergie-Risikokinder ist Stillen die beste Allergievorbeugung. Als Alternative wird empfohlen, stattdessen auf sogenannte HA-Nahrungen umzusteigen.

Wenn nicht gestillt werden kann

Wenn die Mutter nicht stillen kann, sollte bei Allergie-Risikokindern laut der Leitlinie Allergieprävention hypoallergene Nahrung zum Einsatz kommen. Diese gibt es von allen Herstellern für alle Altersklassen. Hierbei wurde das potenziell allergen wirkende tierische Eiweiß in kleine Bausteine aufgespalten und kann so vom kindlichen Immunsystem nicht mehr als fremd erkannt werden. Es gibt teilweise (partielle Hydrolyse) oder stark aufgespaltene (extensive Hydrolyse) HA-Nahrungen.

Allergievorbeugung durch spezielle Substanzen

Mütter, die ihre Kinder nicht stillen können, sollten auf HA-Nahrungen achten, denen sogenannte LC-PUFAs beigesetzt sind. Dabei handelt es sich um langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die natürlicherweise in der Muttermilch enthalten sind. Forscher vermuten, dass diese Fettsäuren die Entwicklung und Schwere allergischer Erkrankungen mitbestimmen. LC-PUFA soll die Besiedlung des Darms mit immunstärkenden probiotischen Bakterien erleichtern. Die Fettsäuren spielen auch bei der Entwicklung von Gehirn und der Sehfähigkeit eine große Rolle.

Allergievorbeugung durch andere Tiermilchen

„Soja-basierte Säuglingsnahrungen sind zum Zwecke der Allergieprävention nicht zu empfehlen“. Auch andere Tiermilchen wirken nicht allergievorbeugend.

Wenn bereits eine Kuhmilchallergie vorliegt

Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen HA-Nahrungen, die zur Vorbeugung und solchen, die zur Therapie einer Allergie eingesetzt werden. Liegt bereits eine Kuhmilchallergie vor, kommen nur Spezialnahrungen mit besonders starker Aufspaltung (ehF, Hydrolysatnahrungen) oder Aminosäuremischungen infrage. Bei Letzterem wurde der Proteinanteil komplett durch Aminosäuren ersetzt. HA-Nahrungen sind bitter und sehr teuer, sie sollten generell nur in Absprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden. Beide Spezialnahrungen sind nur in der Apotheke erhältlich. Wird die Spezialnahrung nicht vertragen, können Sojanahrungen versucht werden, allerdings entwickeln sich hier häufig Kreuzallergien. Andere Tiermilchen sind generell nicht zu empfehlen. Ältere Babys können zusätzlich mit einem Brei aus Johannisbrot-Kernmehl gefüttert werden.

GINI-Studie: HA-Nahrungen nicht alle gleich

In der GINI (german infant nutrition intervention) -Studie, initiiert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung wird derzeit untersucht, ob alle HA-Nahrung denselben allergievorbeugenden Effekt haben. Etwas mehr als 2200 Babys mit familiärem Allergierisiko nehmen teil. Die untersuchten Nahrungen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Eiweißquellen und dem Grad der Aufspaltung der Eiweißbausteine. Nach sechs Jahren ist klar: Es kommt auf die Aufspaltung an sich an. Nur zwei der getesteten HA-Nahrungen bewirkten eine deutlich messbare Senkung des Risikos für eine atopische Dermatitis – die therapeutische Spezialnahrung (auf Kaseinbasis) und die HA-Nahrung von Nestlé Beba HA. In letzterer sind die Eiweißbestandteile nur teilweise aufgespalten. Die Bruchstücke sind so klein, dass sie nicht zu einer Überreaktion des Immunsystems führen, aber noch so groß, dass sie als fremd erkannt werden. Nestlé erklärt, dass somit ein sanftes Training des Immunsystems erreicht werden soll.

Tipps für Mütter:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt und einer Ernährungsberaterin, denn jedes Baby ist anders
  • Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Baby an einer Kuhmilchallergie leidet, sprechen Sie Ihren Kinderarzt darauf an

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