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Kind spielt im Dreck

Allergieprävention im Kindesalter: Nur das Beste für mein Kind!

Warum Sie Ihr Kind auch mal im Dreck spielen lassen sollten

Wer heute eine Familie gründen möchte, muss sich nicht nur über die finanzielle Situation und einen passenden Wohnort mit geeigneten Einrichtungen Gedanken machen, sondern auch, ob sein Kind später krank sein könnte. Besonders Paare, die unter einer Allergie leiden, müssen sich frühzeitig informieren, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um dem Nachwuchs das eigene Leid zu ersparen.

Manchmal kann es aber auch ganz einfach sein, wie verschiedene Studien beweisen. Dreck und Schmutz sind für allergiegefährdete Kinder ein wahrer Segen.

Der „Kuhstall-Effekt“

Zunächst gingen Forscher davon aus, dass alle Landkinder besser vor Allergien geschützt sind als Stadtkinder. Heute weiß man, dass hauptsächlich solche Kinder, die auf einem Bauernhof mit traditioneller Milchwirtschaft aufwachsen, besser vor Allergien und allergischem Asthma geschützt sind. Grund sind bestimmte Bakterien, die das Immunsystem der Kinder trainieren. Eine Schweizer Studie unter der Leitung der Allergologin Prof. Dr. Erika von Mutius belegt dies. Sie und ihre Kollegen von der Ludwig-Maximillians-Universität München konnten zwei Bakterien ausmachen, die im Kuhstall besonders oft vorkommen: der Milchsäurekeim „Lactococcus lactis“ und „Acinetobacter Iwoffi“. Die Expertin fasst die Ergebnisse zusammen: „Gewisse Örtlichkeiten auf dem Bauernhof sind besonders gut für Kinder. Vor allem, wenn Kinder in den ersten Lebensjahren in den Kuhstall mitgenommen werden. Wir haben außerdem den Eindruck, dass der Kontakt zu anderen Nutztieren wie Schweinen oder Geflügel diesen Schutzeffekt verstärkt.“ Auch wenn das Kind Milch direkt von der Kuh trinkt, bevor sie verarbeitet wurde, wirkt sich dies günstig auf das Immunsystem aus. Die gefundenen Bakterien dienen bereits als Grundlage für mögliche Allergie-Impfungen. In Tierversuchen konnte das Immunsystem bereits erfolgreich fit gemacht werden.

Viel hilft (nicht) viel: Zuviel Sauberkeit im Haushalt

Kaum eine Angst ist so groß wie die vor krankmachenden Keimen. Da wird der ganze Haushalt geschrubbt, desinfiziert und hygienisch rein gemacht. All die bunten Produkte aus dem Supermarkt mit den netten Aufdrucken „antiseptisch“, oder „antibateriell“ vermitteln das Gefühl, dass porentiefe Sauberkeit ein Segen ist. Doch Hygiene ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar belegen Studien, dass die verbesserten hygienischen Verhältnisse zu einer Verbesserung der allgemeinen Gesundheit beigetragen haben, doch scheint übertriebene Hygiene auch für die immer stärkere Ausbreitung von Allergien verantwortlich zu sein. Interessant ist, dass in weniger entwickelten Ländern mit schlechteren hygienischen Bedingungen deutlich weniger Allergien auftreten. Die sogenannte Hygiene-Hypothese geht davon aus, dass eine keimfreie Umgebung zu einer Unterforderung des Immunsystems führt, das schließlich aus purer Langeweile harmlose Stoffe attackiert. Experten sind davon überzeugt, dass ein gewisses Maß an Sauberkeit im Haushalt zwar wichtig ist, übertriebene Hygiene aber eher schädlich ist. Eine Studie an der Universität München mit 1000 Kindern zeigt, dass Kinder mit Asthma oder Heuschnupfen viel weniger einem bestimmten Bakterienbestandteil (Endotoxin) ausgesetzt waren als gesunde Kinder. Weitere Forschungsergebnisse belegen, dass der Kontakt mit Endotoxin für ein geringeres Allergierisiko sorgt.


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Meinungen

Wolfried Schröder, 01.01.70 02:08:
Anstatt manche Mütter ständig mit der
Sagrotanflasche rumrennen sollten
sie mit Ihren Nachwuchs in die Natur
gehen und ach mal im Dreck wühlen
lassen.