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Je früher Asthma bei Kindern behandelt wird, umso besser sind die Aussichten. Findet keine individuelle Asthmatherapie statt, verschlechtert sich die Erkrankung zunehmend. Schreitet die Entzündung der Atemwege immer weiter fort, kann das Asthma sogar chronisch werden. Bleibt ein akuter Asthmaanfall unbehandelt, droht der Tod. In Mitteleuropa sterben 1-8 Menschen auf 100.000 Einwohner im Jahr, in Deutschland ist diese Zahl mit 2-4 Menschen auf 100.000 Bewohner sogar überdurchschnittlich hoch. Zum einen unterschätzen viele Menschen ihre Erkrankung, zum anderen herrschen erschreckende Wissenslücken.
Medikamente gehören zu den Grundpfeilern der Asthmatherapie bei Kindern. Man unterscheidet zwischen Bedarfs- und Langzeitmedikamenten. Bei einem akuten Asthmaanfall werden verschiedene Bedarfsmedikamente gegeben, welche die Bronchien kurzfristig erweitern und so schnell Erleichterung bringen. Solche Medikamente wirken jedoch nur maximal zwei Stunden. Langzeitmedikamente hingegen verringern die Entzündungsneigung der Atemwege auf lange Sicht und beugen so auch Asthmaanfällen vor.
Inhalationsgeräte
Mit Inhalationsgeräten gelangen die Substanzen direkt in die Lunge, jedoch muss das Kind die richtige Anwendung lernen. Bei sehr kleinen Kindern wird der Wirkstoff daher über einen Vernebler – ein Gerät mit Atemmaske und Mundstück – gegeben; auf diese Weise müssen die Kinder nicht inhalieren. Ältere Asthmatiker sollten den Umgang mit den praktischeren Dosier-Aerosolen lernen, da diese auch bequem im Ranzen oder Rucksack transportiert werden können.
Bedarfsmedikamente bei einem Asthmaanfall
Bei einem akuten Asthmaanfall werden bevorzugt schnell wirksame Betamimetika gegeben; sie entspannen die Muskeln der Atemwege, sodass sich die Bronchien wieder ausdehnen können. Auch inhalative Anticholinenergika (lösen verkrampfte Bronchien) und synthetische Glukocorticosteroide, diese unterdrücken die Entzündungsneigung der Asthmasymptome, können bei einem Asthmaanfall gegeben werden.
Langzeitmedikamente
Sie stabilisieren den Zustand langfristig und sind daher ebenfalls wichtiger Bestandteil der Asthmatherapie bei Kindern. Abhängig vom Schweregrad des Asthmas kommen verschiedene Medikamente infrage:
Asthmatherapie bei allergischem Asthma
Bei allergischem Asthma ist die Vermeidung der Allergene sehr wichtig. Zusätzlich können Kindern mit allergischem Asthma schwach entzündungshemmende Medikamente verschrieben werden. Bei erfolgloser Asthmatherapie kann die Umstellung auf ein inhalatives Kortikosteroid erfolgen.
Zur Unterstützung der medikamentösen Asthmatherapie kann das Kind Atemübungen sowie verschiedene Entspannungsmethoden erlernen, die bei großem Stress angewandt werden können.
Aus unbehandelten Allergien kann sich ebenfalls Asthma entwickeln. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist Heuschnupfen einer der größten Risikofaktoren für Asthma. Bleibt eine Pollenallergie unbehandelt, findet früher oder später ein Etagenwechsel statt. Hierbei verlagern sich die Allergiesymptome von den oberen Atemwegen auf die unteren Atemwege. Experten gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Heuschnupfen-Patienten an Asthma erkrankt. Jede Allergie-Behandlung ist somit auch eine Asthma-Vorbeugung.
Richtig und regelmäßig behandelt können Kinder mit Asthma ein beschwerdefreies Leben führen. Zu der medikamentösen Asthmatherapie gehört auch, dass das Kind genau über die Erkrankung Bescheid weiß. Tritt ein akuter Asthmaanfall auf, muss das Kind genau wissen, was zu tun ist. Außerdem müssen Lehrer ins Vertrauen gezogen werden. Diese müssen im Notfall richtig und schnell reagieren. Deutschland befindet sich in Sachen Asthmaaufklärung noch in den Kinderschuhen. In Australien hingegen, einem Land mit noch größerer Asthmahäufigkeit als in Deutschland, gibt es seit Jahren einen Preis für die asthmafreundlichste Schule. Hierzulande sollen Projekttage für mehr Bewusstsein für Asthma bei Kindern sorgen. Die Aktion „Gleiche Chancen?! – Asthma in der Schule“ der Deutschen Lungenliga etwa möchte Nachteile für erkrankte Kinder verringern.
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