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Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Neusten Untersuchungen zufolge ist heute jeder 200te Deutsche betroffen.
Die Krankheit ist alt, erste Erwähnungen gibt es bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus. Damals entwickelte sich bereits der Name, abgeleitet vom altgriechischen Wort „Koilia“. Es steht für Bauch oder Unterleib und weist auf den Blähbauch hin, der oft mit der unbehandelten Krankheit einherging.
Zöliakie kennt man bei Kindern auch unter dem Namen „gluteninduzierte Enteropathie“, bei Erwachsenen als „einheimische Sprue“. Eine Differenzierung des Krankheitsbildes bei kindlichen oder erwachsenen Patienten scheint heute aber nicht mehr sinnvoll.
Bei Zöliakie-Patienten entzündet sich beim Verzehr von Gluten die Darmschleimhaut. Dadurch verkleinert sich die Oberfläche des Dünndarms und es können nicht mehr genügend Nährstoffe aufgenommen werden. Diese Unterversorgung führt zu den typischen Beschwerden.
Zöliakie ist nicht heilbar. Wer allerdings auf glutenhaltige Nahrung verzichtet, kann beschwerdefrei leben.
Typisch für unbehandelte Zöliakie sind sämtliche Magen-Darm-Beschwerden: Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall. Psychisch kommt es oft zu Depressionen, erkrankte Frauen haben zudem ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten.
Kinder haben typischerweise keinen Appetit, und wenn sie essen, erbrechen sie schnell. Daher nehmen sie nicht oder zumindest nicht ausreichend zu und es entstehen Wachstumsstörungen. Ist die Krankheit fortgeschritten, haben sie dünne Arme und Beine und einen aufgeblähten Bauch.
Wenn Zöliakie nicht behandelt wird – also weiterhin Gluten verzehrt wird – erhöht sich das Risiko von Krebserkrankungen im Darm und das Risiko eines Non-Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs).
Als erstes Mittel zur Diagnose werden oft Antikörpertest (IgA Endomysium-Antikörper [EMA ] und IgA Gewebetransglutaminase [TTG]) eingesetzt. Allerdings sind die Ergebnisse hier nicht immer stichhaltig. Oft fallen die Tests trotz bestehender Krankheit falsch aus.
Zur sicheren Diagnose kann auf eine Dünndarmbiopsie nicht verzichtet werden. Hier führt der Arzt eine Magen-Darm-Spiegelung (Endoskopie) durch und entnimmt eine Gewebeprobe. Die Untersuchung erfolgt in der Regel unter leichter Narkose und ist meist schmerzfrei.
Zöliakie tritt oft auf, wenn bereits andere Erkrankungen vorliegen. Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus Typ 1) wurde häufig als Zweiterkrankung beobachtet, außerdem rheumatoider Arthritis, Asthma und Down-Syndrom. Ist die Zerstörung der Dünndarmschleimhaut schon fortgeschritten, funktioniert oft auch der Abbau von Milchzucker nicht mehr einwandfrei (siehe Laktose-Intoleranz).
Gluten ist als Klebereiweiß in diversen Getreidesorten enthalten, besonders in Weizen, Gerste und Roggen. Aber auch Getreide-Ursorten wie Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkorn, Emmer und die Roggen-Weizen-Kreuzung Triticale enthalten Gluten. Über den Gluten-Gehalt in Hafer wird gestritten. Bei diagnostizierter Zöliakie sollten gluten-haltige Getreidesorten unbedingt gemieden werden.
Gluten ist außerdem in Emulgatoren enthalten, in Produkten der Lebensmittelindustrie zum Gelieren und Stabilisieren. Achten Sie beim Einkauf auf die Zutatenliste. Laut Lebensmittelkennzeichnungspflicht muss Gluten bei verpackten Lebensmitteln ausgewiesen werden.
Achten Sie im Alltag außerdem darauf, dass Ihre Nahrungsmittel streng von denen mit Gluten getrennt werden. Das beginnt bei der Aufbewahrung und betrifft auch die Nutzung gleicher Pfannen, Töpfe und Messer.
Für Zöliakie-Patienten ausdrücklich erlaubt sind folgende Alternativen: Hirse, Mais, Reis, Amarant, Tapioka, Buchweizen, Quinoa, Sojabohnen, Teff, Kastanie, Kochbanane. Auch erlaubt sind Gemüse einschließlich Kartoffeln, Salate, Früchte, Fleisch und Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte. Auch Wildreis ist neuerdings zugelassen.
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