Erdnüsse
Erdnüsse können für Allergiker gefährlich werden. Foto: flickr/fazen

Erdnussallergie: Knabbersnack mit Atemnot-Garantie

Neben Chips und Popcorn gehören Erdnüsse zu den beliebtesten Knabberartikeln der Deutschen. Leider erreicht die kleine Nuss auch in anderer Hinsicht Spitzenwerte: Sie ist einer der wichtigsten Allergieauslöser überhaupt. Schätzungen zufolge leiden in den USA und Großbritannien je rund ein Prozent der Bevölkerung an einer Erdnussallergie. Auch in Deutschland steigen die Zahlen der Betroffenen.

Gestatten: Erdnuss

Sie sieht aus wie eine Nuss, botanisch ist die Erdnuss allerdings zu den Hülsenfrüchten zu zählen. Sie kommt aus Südamerika und ist eine Frucht des Arachis hypogeae Strauches. Ernährungsexperten und Ärzte preisen sie eigentlich hoch: Sie ist ein hervorragender Mineralstofflieferant und äußerst nahrhaft für Nerven und Muskeln. Zudem liefert sie hochwertiges Eiweiß und über Drei-Viertel ihres Fettes besteht aus den wertvollen ungesättigten Fettsäuren. Was also kann sie Allergikern anhaben?

Die Erdnuss ist tückisch

Die meisten Nahrungsmittel können erst ab einer gewissen Menge allergische Reaktionen auslösen – nicht so die Erdnuss. Bei ihr wirken schon wenige Mikrogramm allergisch. Für Allergiker ist daher schon der Staub aggressiv, der entsteht, wenn man eine Erdnussflips-Tüte öffnet. Zudem ist die Erdnuss zäh. Zum Beispiel ist sie hitzestabil – und wird so auch beim Backen nicht zerstört. Zu den vielfältigen Symptomen, die bei einer Erdnussallergie möglich sind, zählen Hauterkrankungen (Neurodermitisschub, Nesselsucht und Quincke-Ödem), Beschwerden an den Atemwegen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen – aber eben auch lebensbedrohliche Symptome wie Herzrasen, Schwindel, Bewusstlosigkeit und Schockzustände.

Diagnose der Erdnussallergie

Um eine Erdnussallergie zu diagnostizieren, sind oft verschiedene Verfahren nötig: Hautuntersuchungen (Pricktest), Blutuntersuchungen (IgE-Test), Diät-Methoden und in Einzelfällen eine Provokation. Patienten mit einer Erdnuss-Allergie sind außerdem meist ein Leben lang mit ihr geschlagen.

Einzige Therapie: Totaler Verzicht

Wenn der Allergologe bei Ihnen eine eindeutige Erdnussallergie feststellt, kommen Sie um eine Ernährungsumstellung nicht herum. Erdnüsse müssen nun strikt vom Speiseplan verschwinden!

Erdnussallergie: Tipps für den Alltag

  • Seit 2005 müssen Hersteller von verpackten Lebensmitteln darauf hinweisen, wenn ihr Produkte Erd-nüsse enthält, ganz gleich welcher Menge. Den Hinweis finden Sie beim Einkaufen entweder im Produktnamen (Erdnuss-Creme) oder in der Zutatenliste.
  • Nicht verpackte Ware beim Metzger oder Bäcker hat keine Kennzeichnungspflicht, seien Sie hier besonders vorsichtig.
  • Heimische Gerichte sind uns in ihren Zutaten vertraut – internationale nicht immer. Als Erdnuss-Allergiker sind diese für sie tabu: asiatische Saucen, Sate-Sauce, Baklava (Griechisches Gebäck), Christmas Pudding (Englische Süßspeise) 
  • Wenn jemand neben Ihnen spontan eine Erdnussflips-Tüten aufreißt, kann das Beschwerden bei Ihnen auslösen (s.o.). Sie sollten darauf achten, dass Ihnen das nicht mit Ihren Platznachbarn im Kino, Flugzeug oder Theater passiert.

Wenn es passiert ist…

Für den Notfall und um schwere allergische Reaktionen rechtzeitig zu behandeln, sollten sie sicherheitshalber immer ein Notfall-Set bei sich haben. Es beinhaltet Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt individuell zusammenstellt.

Erdnuss in Kosmetika?

Manche Forscher vermuten, dass Erdnussöl bei Allergikern auch über die Haut Reaktionen auslösen kann, etwa in Hautlotionen oder Badezusätzen. Bei Neurodermitikern mit Erdnussallergie wurden Ekzeme tatsächlich vereinzelt schlimmer. Sicherer ist es daher, als Erdnuss-Allergiker auf Kosmetika mit Erdnussöl zu verzichten.


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