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In den meisten Fällen ist die allergische Reaktion bei der Tattoo-Allergie auf bestimmte Bestandteile in der verwendeten Farbe zurückzuführen. Das können Konservierungmittel, metallhaltige Bestandteile (Nickel, Kobalt oder Chrom) oder die Farbpigmente selbst sein. Eine weitere Gefahrenquelle sind Verunreinigungen in den Farben und -mischungen. Hier sind besonders die Azo-Farbstoffe zu nennen, die sich in krebserregende Amine aufspalten können. Zwar sind die meisten dieser Farben inzwischen verboten, lassen Sie sich aber ein älteres Tattoo mit dem Laser entfernen, können sich die Amine über das Blut im ganzen Körper verteilen.
Zwar sind viele hochallergene Substanzen inzwischen verboten, das Fatale ist aber, dass eine Tattoo-Allergie oft erst Jahre nach dem Stechen auftritt. Bei den Betroffenen kommt es dann am Tattoo selbst zu Juckreiz, die Haut rötet und entzündet sich, auch Bläschenbildung ist typisch für ein allergisch bedingtes Kontaktekzem. In seltenen Fällen tritt die Reaktion auch an ganz anderen Stellen des Körpers auf, eine Allergie als Ursache zu vermuten, stellt den Arzt meist vor eine hohe Hürde.
Echte Tattoos
Viele Tätowierfarben enthalten Schwermetalle, die allergische Reaktionen auslösen können. Die meisten Komplikationen verursacht Rot, dessen Grundstoff Kadmium ist. Metallhaltige Verbindungen sind aber nicht nur bekannt dafür, Allergien auszulösen, sie verursachen zudem eine starke Lichtempfindlichkeit, die bei Sonne sogar zu Verbrennungen führen kann. Auch bei den neuen UV-Tattoos sollten Sie nur einen Tätowierer Ihres Vertrauen aufsuchen. Da dieses Pigmente noch höher dosiert sind als normale Tattoofarben, dringen sie noch tiefer in die Haut ein, wo sie Schaden anrichten können.
Henna-Tattoos
In vielen Urlaubsländern werden Henna-Tattoos, auch Mehndis, angeboten. Mit Pinsel werden florale Musterungen und verschlungene Motive vorzugsweise auf die Hand aufgetragen. Mehndis sollen an romantische Bollywood-Filme erinnern und auch zuhause noch positive Assoziationen an Strand und Meer hervorrufen. Hier sollten Sie aber große Vorsicht walten lassen, denn in der schwarzen Hennafarbe ist der allergieauslösende Stoff PPD (Paraphenylendiam) enthalten. Er ist in deutschen Henna-Produkten verboten, im Urlaubsland kann er aber noch eingesetzt werden – mit unangenehmen Folgen. Die Haut beginnt zu jucken und zu brennen, es bilden sich Bläschen. Nur eine kortisonhaltige Salbe kann jetzt noch die Symptome lindern. Menschen, die auf PPD allergisch reagieren, müssen diese Stoff meiden. Ganz einfach ist dieses Unterfange besonders für allergische Autofahrer nicht, denn PPD ist unter anderem in Gummireifen, im Lenkrad oder im Armaturenbrett enthalten.
Fake-Tattoos: Kein Spaß für eine Nacht
Diese so genannten Fun-Tatoos werden auf die Haut aufgklebt, der verwendete Kleber kann bei empfindlichen Menschen allerdings eine Kontaktallergie hervorrufen. Beobachten Sie Jucken, Brennen und eine Rötung der Haut, sollten Sie das Tattoo sofort mit Wasser und Seife abspülen.
Permanent Make-up
Beim Permanent Make-up werden dieselben Farben verwendet, wie sie auch Tätowierer benutzen. Deshalb ist auch bei dieser Form der Verschönerung eine Tattoo-Allergie möglich. Fragen Sie Ihre Kosmetikerin unbedingt, welche Farben Sie einsetzt und ob schwermetallhaltige Substanzen enthalten sind. Eine seriöse Kosmetikerin wird Sie nach Allergien befragen und einen Testpunkt an einer unauffälligen Stelle tätowieren, um die Verträglichkeit der Farben zu testen.
Sind Sie unsicher, ob Sie auf Kosmetikprodukte, Schwermetalle oder Farbpigmente allergisch reagieren, sollten Sie vor der Tätowierung einen Allergietest machen lassen. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie sich eine Farbprobe aushändigen lassen.
In der Tätowiermittelverrdnung (seit 1. Mai 2009) ist festgelegt, welche Farben und Sustanzen verwendet werden dürfen und welche nicht. Unter den 500 verbotenen Substanzen befinden sich etwa Azo-Farbstoffe und PPD, das in Hennafarben verwendet wird. Diese Verordnung ist für alle Tätowierer, Hersteller und Vertreiber von Pigmentfarben sowie für Personen, die Permanent Make-up-Behandlungen durchführen, verbindlich. Diese Verordnung dient hauptsächlich dem Schutz vor krebserregenden Substanzen, aber auch hochallergene Stoffe befinden sich auf der Verbotsliste, unter anderem die Farbe „Solvent Yellow 14“. Zwar gibt es auch in anderen Ländern verbindliche Verordnungen, jedoch liegt es an den Ordnungsämtern, diese auch durchzusetzen. Wie schlampig dies teilweise geschieht, zeigt eine Untersuchung des Bundesamts für Gesundheit in der Schweiz. Unter den Proben waren 70 Prozent nicht richtig deklariert, 41 Prozent der Proben durften wegen gesundheitsgefährdender Mängel nicht mehr verwendet werden.
Der seit einigen Jahren als Bio-Tattoos bekannter Trend ist für Allergiker keine sichere Alternative zum herkömmlichen Tattoo! Nicht nur optisch enden sie oft in einer Katastrophe, auch die verwendeten Farben sind bedenklich und hochallergen. Diese Tatoos (auch „Temporary Tattos“ oder „Temptoo“) sollen nach maximal fünf Jahren wieder verschwinden, das Ergebnis ist in den meisten Fällen aber mehr als ernüchternd. Während ein Teil der Farbe in der Oberhaut (regeneriert sich nach etwa einem Monat) gelangt, wird der andere Teil in die Lederhaut (permanent) gestochen. So verschwindet ein Bereich der Tätowierung tatsächlich – jedoch schon nach einem Monat – ein kläglicher Rest bleibt für immer.
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