Der Wegerich, botanisch auch Plantago genannt, gehört zu den Bedecktsamern. Sein Namen deutet auf den Standort am Wegesrand hin. In Deutschland sorgen vor allem der Breitwegerich (Plantago major) sowie der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) für eine Sensibilisierung. Die Pflanze wird bis zu 50 Zentimetern groß, der Spitzwegerich ist an dem spitz zulaufenden Blütenstand gut zu erkennen. Von Mai bis September blüht der Wegerich, besonders gut gedeiht er auf Rasenflächen, Wiesen, aber auch auf Ackerflächen und am Wegesrand.
Aber der Wegerich ist nicht nur eine Plage. In der Naturheilkunde sind Extrakte, Teezubereitungen und Salben äußerst beliebt. Aufgrund der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, zum Beispiel Aucubin, gelten die Zubereitungen als gesundheitsfördernd. Daneben ist der Wegerich für seine antibakterielle Wirkung bekannt. Auch bei Entzündungen des Rachenraumes kommt er zum Einsatz. Aus dem Indischen Wegerich (Plantago ovata) werden die indischen Flohsamen gewonnen, die bei Verstopfung oder zum Abnehmen eingesetzt werden können, da sie im Magen aufquellen. Aber Vorsicht: Einige Menschen reagieren auf Flohsamen allergisch. Nach dem Konsum treten Nesselfieber und leichte asthmatische Anfälle auf.
Etwa 30 Prozent aller Pollenallergiker sind auf den Spitzwegerich sensibilisiert. Jedes Jahr fliegen sehr viele Wegerichpollen, jedoch lösen diese meist nur schwache allergische Reaktionen aus. Aufgrund der sehr langen Blühperiode halten die Beschwerden lange an. In der Regel tritt eine Spitzwegerich-Allergie nicht allein auf (monovalent), sondern im Rahmen einer weiteren Allergie auf andere Pollen. Zudem besteht eine Kreuzallergie auf Gräser- und Kräuterpollen. Charakteristische Beschwerden einer Spitzwegerich-Allergie umfassen:
Zur Diagnose einer Spitzwegerich-Allergie wird zunächst ein Pricktest durchgeführt. Hierbei wird das Allergen in Tropfenform auf die Unterseite des Unterarms aufgetragen. Dann wird die Hautreaktion abgelesen. Anschließend kann zur Bestätigung ein RAST-Test stattfinden. Es wird Blut abgenommen, um die spezifischen IgE-Antikörper zu bestimmen. Auch eine nasale Provokation - hierbei werden die Testpollen eingeatmet - kann Klarheit bringen.
Im Rahmen einer Karenztherapie sollten alle Gebiete, in denen der Spitzwegerich wächst, gemieden werden. Um die allergischen Beschwerden zu bekämpfen, empfehlen sich etwa kortisonhaltige Nasensprays und Antihistaminika in Tablettenform. Um langfristig die Spitzwegerich-Allergie loszuwerden, sollte eine Immuntherapie durchgeführt werden.
Stand: 17. März 2012
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