Ambrosia Allergie
Ambrosiapflanze - nicht anfassen!

Allergiker-Albtraum: Ambrosia Allergie nimmt zu

Ambrosia, auch unter den Namen Beifußblättriges Traubenkraut, Beifuß-Ambrosie, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf oder Ragweed bekannt, breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Nicht nur Allergiker sollte dies beunruhigen: Aufgrund des hohen allergischen Potenzials reagieren auch Menschen ohne bekannte Allergie mit Schnupfen, brennenden Augen und asthmatischen Anfällen.

Pollen gelangen mit dem Wind zu uns

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Nordamerika. Über verunreinigtes Vogelfutter gelangte Ambrosia auch nach Deutschland, der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung zusätzlich. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz findet man Ambrosia mittlerweile überall in Deutschland. Besonders gern wachsen sie auf Brachflächen, Schuttplätzen und an Straßenrändern. Aus den sogenannten „Hot spots“ – dem Rhônetal in Frankreich, Ungarn bis hin zur Ukraine, und besonders Norditalien – gelangen die Pollen mit dem Wind zu uns. In diesen Gegenden darf Ambrosia teils noch ungestört wachsen, in Deutschland jedoch werden die Behörden immer stärker aktiv, um die Ambrosia an der Ausbreitung zu hindern. 

Pflanze mit hohem allergischem Potenzial

Immer mehr Menschen sind auf Ambrosia sensibilisiert, das heißt, es haben sich Antikörper gebildet, die im Blut nachweisbar sind. Wer auf Ambrosia-Pollen sensibilisiert ist, muss aber nicht zwangsläufig auch eine Allergie entwickeln. Das persönliche Risiko steigt jedoch mit jedem weiteren Kontakt mit der Pflanze. Besonders gefährdet, eine Ambrosia Allergie zu entwickeln sind Allergiker. Aufgrund des hohen allergischen Potenzials der Pollen kann Ambrosia aber auch bei Menschen eine Allergie auslösen, die bisher keine Allergie hatten. Fünf bis zehn Ambrosia-Pollen pro Kubikmeter Luft genügen bereits, um eine allergische Reaktion auszulösen. Zum Vergleich: Bei Birkenpollen muss die Konzentration zehnmal so hoch sein, um allergische Beschwerden hervorzurufen.

Kreuzreaktionen erschweren Diagnose

Leiden Sie unter allergischem Schnupfen, brennenden Augen und eventuell asthmatischen Beschwerden, gilt es den Auslöser zu finden. Kommt Ambrosia infrage, wird die Diagnose erschwert. Da einige andere Pflanzen ähnliche chemische Strukturen aufweisen und so Kreuzreaktionen möglich sind. Sind Ambrosia-Antikörper im Blut nachweisbar, bedeutet das noch nicht den Beweis für eine Ambrosia-Allergie. Suchen Sie sich einen guten Allergologen mit Erfahrung mit Ambrosia, im Zweifelsfall wenden Sie sich an eine spezialisierte Universitätsklinik. Ein erster Anhaltspunkt kann der Zeitpunkt der Beschwerden sein. Ambrosia blüht von Ende Juli/Anfang August bis Oktober, die Pollen können bis weit in den Winter Beschwerden verursachen.

Gartenbesitzer an den Spaten!

In Norditalien und Nordamerika hatte die Ambrosia leichtes Spiel, hier verbreitete sie sich explosionsartig. In Italien war die Ambrosia Allergie 2007 sogar zweithäufigste Ursache für Atemwegsallergien. Auch hierzulande nimmt die Verbreitung zu. Deshalb sollten auch Sie etwas dazu beitragen, dieser hochallergenen Pflanze den Garaus zu machen. Da Ambrosiasamen nach wie vor in Vogelfutter enthalten sind, sollten Gartenbesitzer zunächst jene Stellen überprüfen, an denen Vogelhäuser oder Meisenknödel hingen. Da die Verwechslungsgefahr mit anderen Pflanzen groß ist, lohnt der Blick ins Internet oder ein Fachbuch. Als junge Pflanze ähnelt die Ambrosia beispielsweise der Studentenblume sehr stark. Beobachten Sie das Wuchsverhalten, Ambrosia wächst anfangs sehr verhalten, um plötzlich enorm an Höhe zu gewinnen.

Ambrosia entfernen: Das sollten Sie beachten

Möchten Sie selbst Ambrosia-Pflanzen entfernen, sollten Sie sich gut schützen. Tragen Sie Handschuhe sowie lange Hosen und Stiefel. Blüht die Pflanze bereits, ist ein Mundschutz empfehlenswert, empfindliche Personen sollten das Entfernen anderen überlassen oder einen Ganzkörper-Schutzanzug tragen. Wichtig ist, dass Sie die Ambrosia mit der Wurzel entfernen. Werfen Sie die ausgerissene Pflanze nicht auf den Kompost, sondern entsorgen Sie in einem fest verschlossenen Sack über die Restmülltonne. Anschließend sollten Sie Ihre Kleidung gut reinigen, vergessen Sie auch die Schuhsohlen nicht, damit sich die Samen nicht im Haus verteilen.


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