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Immuntherapie
Die Allergiespritze

Immuntherapie: Die Spitze gegen Allergien

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, eine Allergie anzugehen. Betroffene können beispielsweise Medikamente nehmen, die allergische Reaktionen unterdrücken oder in speziellen Schulungen den Umgang mit Stress lernen. Die erfolgversprechendste Methode jedoch ist die Immuntherapie, oft noch als Hyposensibilisierung bezeichnet. Hierbei wird das Immunsystem schrittweise an die allergieauslösenden Allergene gewöhnt, sodass es normale Reaktionen darauf erlernen kann. Im besten Fall besteht nach einer Immuntherapie eine Toleranz auf die Allergene, es kommt beim Kontakt mit ihnen zu keiner allergischen Reaktion mehr. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet die Immuntherapie als die einzige Behandlungsform, die den Verlauf einer Allergie positiv beeinflussen kann.

Für wen ist eine Immuntherapie geeignet?

Besonders für Menschen mit einer Allergie auf Gräser-, Baum- und Kräuterpollen, sowie auf Hausstaubmilben, Katzenhaare, Schimmelpilze und Insektengift eignet sich eine Immuntherapie. Auch für folgende Personengruppen kann sie endlich Linderung bringen:

  • Menschen, die keine Medikamente nehmen dürfen oder wollen
  • Menschen, die Allergene nicht dauerhaft meiden können
  • Menschen, bei denen Medikamente nicht die gewünschten Wirkungen haben
  • Menschen mit einer gefährlichen Insektengift-Allergie

Verschiedene Möglichkeiten

Derzeit gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, eine Immuntherapie durchzuführen. Jedoch wirken nicht alle gleich gut oder haben dieselben Erfolgsaussichten.

Die Spritze: Subkutale Immuntherapie (SCIT)

Bei der Standardtherapie werden die Allergene direkt unter die Haut gespritzt. Hierbei wird die Dosis kontinuierlich gesteigert. Sie läuft in zwei Phasen ab: In der Anfangs- oder Aufbauphase erhält der Patient über mehrere Monate hinweg Spritzen mit dem betreffenden Allergen. Nach ungefähr drei Monaten ist die Höchsdosis erreicht, die nun regelmäßig weitergegeben wird. In der Fortsetzungsbehandlung wird etwa alle sechs Wochen eine Spritze gegeben. Diese Form ist die aufwändigste, sie dauert im Schnitt drei bis fünf Jahre.

Oder als

Kurzzeit-Immuntherapie

Menschen, die unter einer lebensbedrohlichen Insektenstichallergie oder einer starken Pollenallergie leiden, können sich im Schnellverfahren immunisieren lassen. Bei der Kurzzeittherapie werden hochreine und hochdosierte Allergenextrakte eingesetzt, die ebenfalls unter die Haut gespritzt werden. Der Patient kann aus mehreren Intervallen wählen. Entweder werden die Spritzen zwei- bis viermal am Tag gegeben, wobei dies nach zwei Wochen wiederholt wird. Eine zweite Möglichkeit ist, sich an zwei bis drei Tagen alle halbe Stunde eine Spritze geben zu lassen. Zuletzt sind auch vier bis acht Injektionen möglich, die kurz hintereinander gegeben werden. Auch bei der Kurzzeitvariante werden die Spritzen bis zu drei Jahre weitergegeben, allerdings wird hier viel früher eine Toleranz aufgebaut.

Sublinguale Immuntherapie (SLIT)

Noch relativ neu ist die sublinguale Immuntherapie, bei der die Allergene in Form von Tropfen oder Tabletten eingenommen werden. Hierbei müssen höhere Mengen des Allergens aufgenommen werden, deshalb ist auch das Risiko von Nebenwirkungen deutlich höher. Viele Menschen brechen die Therapie aufgrunddessen ab.

Erfolgsaussichten

Die Chancen auf einen langanhaltenden Erfolg scheinen höher zu sein, wenn die Allergie saisonbedingt ist. Auch erhöhen sie sich, wenn nur wenige Allergene allergische Reaktionen auslösen. Am wirksamsten ist eine Immuntherapie, wenn sie frühstmöglich begonnen wird, spätestens jedoch vor dem 40. Lebensjahr. Eine erfolgreiche Sensibiliserung findet in 90 Prozent der Fälle statt. Sie verhindert nicht nur Allergieschübe, sondern schützt auch vor der Entwicklung weiterer Allergien.

Nebenwirkungen

Eine Immuntherapie ist nicht ganz ungefährlich, in seltenen Fällen führt die Allergiespritze sogar zu einem anaphylaktischen Schock. Deshalb muss der Patient nach einer Behandlung auch bis zu 30 Minuten in der Praxis bleiben, damit der Arzt im Notfall entsprechend handeln kann. Auch leichtere allergische Reaktionen wie Atemnot, Niesen oder Asthmaanfälle sind möglich. Werden statt der Spritze Tabletten eingenommen, kann es zu lokalen Reaktionen der Mundschleimhaut kommen; Jucken, Brennen oder Anschwellen des Mundraums sind möglich.


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