Ein Pflaster auf den Rücken, Allergen aufgetragen und schon hat man die Diagnose? Ganz so einfach ist es mit der Allergie-Diagnose leider nicht. Das eine Allergen zu finden, das Beschwerden verursacht, ist wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Mit einem Hauttest ist es in den wenigsten Fällen getan. In der Regel durchläuft die Allergie-Diagnose vier Phasen.
1. Arzt-Patienten-Gespräch (sogenannte Anamnese)
2. Hauttests
3. Labortests
4. Nachgespräch plus Provokationstests
Drei von vier Allergikern erhalten nicht auf Anhieb die richtige Diagnose und werden in der Folge nicht adäquat behandelt. Schon 2009 wies der Ärzteverband Deutscher Allergologen auf diesen Missstand hin. Millionen Allergiker werden von Frauenärzten, HNO-Ärzten oder Dermatologen mit allergologischer Zusatzausbildung behandelt. Im Gehalt schlägt sich diese Zusatzbehandlung nicht wider. Fachärzten steht nur eine Pauschalsumme (das sogenannte Regelleistungsvolumen) für die Behandlung ihrer Patienten zur Verfügung.
Die Ausbildung von Ärzten und medizinischem Personal müsse daher verbessert werden. Allergologie darf nicht mehr als Zusatzbezeichnung geführt werden. „Viele Mediziner fordern dies schon seit Jahren“, weiß auch Dr. Arne Menzdorf von myAllergo. Eine entsprechende Honorierung müsse sich auch in der Honorarverordnung der allergologisch behandelnden Mediziner niederschlagen. Die Deutsche Unfallversicherung etwa honoriert bereits eine allergologische Zusatzausbildung. „Es ist an der Zeit, dass die deutschen Krankenkassen diesem Beispiel folgen“, fordert Menzdorf.
Helfen Sie Ihrem Arzt bei der Diagnose. Nur wenn Sie Ihm die Beschwerden so genau wie möglich schildern können, ist ein erster Eindruck möglich, welche Allergie dahinterstecken könnte. Aber erinnern Sie sich noch an jeden Schnupfen, oder jeden Niesanfall? Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie ein Allergietagebuch führen. MyAllergo hilft Ihnen dabei. Tragen Sie die Art, Schwere sowie die Dauer der Beschwerden in Ihr persönliches Allergietagebuch. Auch die Tageszeit, zu der die Symptome aufgetreten sind, sowie Medikamenteneinnahme, Aktivitäten und Umwelteinflüsse sollten Sie hier festhalten. Vor dem Arztbesuch drucken Sie Ihr persönliches Tagebuch aus, es dient bei der Anamnese als Gedächtnisstütze. Ihr Arzt kann nun viel eher das allergieauslösende Allergen identifizieren.
Mit einem Klick zum qualifizierten Allergologen? Das geht – und zwar mit der Arztsuche der Bundesärztekammer. Zwar sind auch sogenannte Ärztebewertungsportale immer mehr auf dem Vormarsch, vertrauen sollten Sie diesen Bewertungen aber nicht unbedingt. Ärztekammern und die kassenärztlichen Vereinigungen der Regionen (Bundesländer) sind die einzigen Einrichtungen, die valide Angaben über die Qualifikation der in Deutschland tätigen Ärzte treffen können. Mit einer einfachen Suche finden Sie einen qualifizierten Allergologen in Ihrer Stadt. Oft steht zusätzlich eine telefonische Beratung bei der Suche nach einem kompetenten Allergologen zur Verfügung. Diese Arztsuche wird regional aus den Daten der entsprechenden Ärztekammern und kassenärztlichen Vereinigungen gespeist.
Finden Sie Ihren Arzt: Arztsuche der Bundesärztekammer
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