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"Wir schließen damit eine Lücke bei den wissenschaftlichen Methoden zur Kontrolle von Lebensmitteln", sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.
Seit 2005 müssen 14 Hauptallergene auf der Verpackung vermerkt sein. Bislang gibt es aber nur zwei Methoden, diese auch im Labor nachzuweisen. Die Analysen sind zweitaufwendig und es sind spezielle Gerätschaften vonnöten.
Hintergrund: Für Lebensmittelallergiker sind die Verpackungsangaben eine manchmal überlebenswichtige Angabe. Für einen Erdnussallergiker können schon Spuren gefährlich werden und einen anaphylaktischen Schock auslösen. Sind sie im Lebensmittel bewusst enthalten, etwa in Nussschokolade, müssen sie hinten aufgeführt werden. Geraten Erdnüsse aber durch Verunreinigungen bei der Produktion in das Lebensmittel, sind die Angaben freiwillig. Die Verpackung weist dann den Aufdruck „kann Spuren von …“ auf. Dieser sorgt bei Allergikern aber mehr für Verwirrung als Klarheit, da sie nicht wissen, ob das Lebensmitteln wirklich Erdnüsse enthält oder dies nur ein Sicherheitshinweis ist. Es kommt zu erheblichen Einschränkungen in der Produktauswahl.
Damit die Hersteller ihre Produkte schnell und zuverlässig auf Allergene testen können, müssen sie bisher Analysen durchführen. Jeder Hersteller hat dafür sein eigenes Labor, aber kleinere Firmen haben oft nicht die nötigen Geräte. Ziel des Projektes soll es daher sein, ein Verfahren zu entwickeln, bei dem Extrakte des zu untersuchenden Lebensmittels auf einen Teststreifen gebracht werden. Dieser zeigt innerhalb von zehn Minuten an, ob und welches Allergen enthalten ist. Ein separates Labor für ein schnelles Ergebnis (Screening) ist dann nicht mehr nötig, da der Test direkt vor Ort erfolgen kann.
Zusätzlich werden neue, moderne Analyseverfahren entwickelt. Sie sollen das Erbgut der allergenen Substanzen noch sicherer erkennen. Auch in stark verarbeiteten Lebensmitteln sollen so Allergene erkennbar sein. Die neuen Methoden sollen so empfindlich messen, dass Allergene im Spurenbereich von ppm (parts per million, Teile pro Million) nachgewiesen werden können. Auch bislang schwer nachzuweisende Allergene sollen dann identifizierbar werden.
Die neuen Nachweismethoden sollen den Lebensmittelherstellern dienen, im Rahmen der Qualitätskontrolle Verunreinigungen zu reduzieren oder gar zu vermeiden. Die Verbraucher können damit noch zuverlässiger über den tatsächlichen Allergengehalt in Lebensmitteln informiert werden.
Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert, vom BfR koordiniert und läuft bis 2012.
Quelle: BMELV
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