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Im Rahmen des EU-Projekts GABRIEL hatten sich 164 Forscher aus 19 Ländern zusammengeschlossen, um den genetischen Ursachen der Asthmaerkrankung auf die Spur zu kommen. Hierzu wurde ein Genvergleich zwischen 10.000 Kindern und Erwachsenen mit Asthma Bronchiale und 16.000 Nicht-Asthmatikern durchgeführt.
1. Allergien und Asthma entstehen auf unterschiedlichem Wege
2.Umweltfaktoren spielen bei der Entwicklung von Asthma eine größere Rolle als das Erbgut
3.Allergien sind nicht der Auslöser des allergischen Asthmas, sondern deren Folge
4.Entdeckung mehrerer neuer Asthma-Gene
Die meisten Experten sehen Asthma als Teil eines allergischen Erkrankungsspektrums. Demnach beginnt eine Asthmaerkrankung bereits im Kindesalter mit einer Neurodermitis, dann folgt der Heuschnupfen, dann der Etagenwechsel zum Asthma. Am Anfang soll also eine allergische Sensibilisierung stehen, die eine chronische Entzündung der Schleimhäute auslöst, die dann in eine obstruktive Lungenerkrankung mündet. Die Forschungsergebnisse deuten jedoch in eine andere Richtung. Die Forscher untersuchten Gene, welche die Produktion der Allergie erzeugenden Antikörper Immunglobulin E regulieren. Die untersuchten Gene trugen aber nicht zum Asthma bei. Allergien sind also nicht die Ursache einer Asthmaerkrankung, sondern die Folge davon. Die Entzündungsreaktion beim Asthma Bronchiale könnte erst den Boden für eine Sensibilisierung legen, vermutet Miriam Moffatt vom Imperial College London, eine der Leitautorinnen der Studie. Auch ihre deutsche Kollegin Erika von Mutius vom Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München geht davon aus, dass die Zusammenhänge zwischen Asthma bronchiale und Allergien neu überdacht werden müssen.
Alle sechs Genvarianten zusammen erklärten nur 38 Prozent der bei Kindern auftretenden Asthmaerkrankungen. Damit sei die Bedeutung von Umweltfaktoren stärker als bisher angenommen. Interessant ist auch, dass Asthma bei Kindern und Asthma bei Erwachsenen zwei verschiedene Erkrankungen sind, sie waren in der Studie mit unterschiedlichen Genvarianten assoziiert.
Die Forscher entdeckten mehrere neue Gene, die zu einer Asthma-Erkrankung beitragen. Einige dieser Gene helfen dabei, das Immunsystem auf Schäden in den Schleimhäuten der Atemwege aufmerksam zu machen. Andere Gene wiederum kontrollieren, in welchem Umfang die geschädigten Atemwege repariert werden. „Unsere nächste große Aufgabe wird sein, die Ursachen der Schleimhautdefekte zu entschlüsseln“, sagt Professor Erika von Mutius, Medizinerin an der LMU und Ko-Koordinatorin von GABRIEL. Die Entdeckung der sechs Gene könnte ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Medikamente sein.
Die Forschungsergebnisse können im „New England Journal of Medicine“ nachgelesen werden. Der Forschungsbericht trägt den Namen „„A GABRIEL consortium Large-Scale Genome-Wide Association Study of Asthma“
Quelle: Ärzteblatt, Pressemeldung der Ludwig-Maximillians-Universität München
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