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Gibt es den Todeskuss wirklich? Oder warum Allergiker nicht jeden küssen sollten

Jesus hat ihn erlebt, Harry Potter auch, sowie zahlreiche Filmfeinde der Mafia. Die Rede ist vom Todeskuss. Diese mythische Verbindung aus Erotik und Sterben kündigt den nahenden Tod an oder führt ihn gleich direkt herbei. Er ist und bleibt aber schöne Fiktion - oder?

Warum auch Allergiker in den zweifelhaften „Genuss“ eines Todeskusses kommen können, lesen Sie im Artikel.

Kuss auf Mafia-Art

Der Todeskuss kommt in vielen verschiedenen Varianten daher. Die bekannteste von ihnen ist zweifellos die Todesdrohung auf Mafia-Art. Ob in dem Paten, dem „Kiss of death“ oder anderen Filmen - der Geküsste weiß, dass seine Tage gezählt sind.

Seinen Ursprung hat die tödliche Liebesebekundung aber viel früher. Man denke nur an Judas, der mit seinem Wangenkuss Jesus identifizierte und ihn somit dem sicheren Tod auslieferte. Auch Biologen kennen den Todeskuss: Raubkatzen „küssen“ ihre Opfer und führen so den Erstickungstod herbei.

So richtig schön ausgeschmückt wurde der mythische Kuss aber erst in Film, Fernsehen und Literatur. Harry Potter etwa wird von den Dementoren angegriffen, abgrundtief bösartige Wesen, die ihre Opfer durch das Heraussaugen der Seele töten.

Krank machender Speichel

Erschreckend real wird der Todeskuss jedoch für Allergiker. Der Kuss selbst ist aber nicht das Problem, sondern der Speichel des Küssers. In diesem können sich nämlich noch winzige Reste des Allergens befinden, das schwere Reaktionen auslösen kann. Besonders Menschen mit einer schweren Lebensmittelallergie sowie Menschen, die auf Medikamente allergisch reagieren, sollten die folgenden Zeilen sehr aufmerksam lesen.

Tödlicher Mutterkuss

Für Allergiker mit einer schweren Allergie ist auch ein Kuss eine potenziell tödliche Gefahr. Selbst Kinder können auf den Gute-Nacht-Kuss ihrer Mama reagieren, wenn diese zuvor die Erbsensuppe abgeschmeckt hat. „Patienten mit einer Lebensmittelallergie müssen die allergieauslösenden Proteine in jedem Fall, auch beim Küssen oder bei Berührung, meiden", warnt Dr. Steensma, seines Zeichens Hämatologie-Professor an der Majo-Klinik.

Zwar berichten nur fünf Prozent der Allergiker mit einer Nahrungsmittelallergie auf Nüsse oder Samen von Problemen nach dem Küssen. Diese Reaktionen können aber heftig ausfallen. Juckreiz, angeschwollene Lippen, Erröten und auch Atemnot und Anaphylaxie sind möglich.

Ein winziger Hauch...

Winzige Mengen im Speichel genügen, um schwere allergische Reaktionen auszulösen – wie folgende reale Fälle eindrucksvoll zeigen. Eine Frau, Allergikerin, hatte ihren Freund geküsst. Dieser hatte Stunden vor der Knutscherei Schalentiere gegessen. Die Reaktion der Frau war dramatisch, sie musste mit akuter Atemnot und Bauchkrämpfen in die Notaufnahme gebracht werden. In einem anderen Fall wollte die Partnerin besonders vorsichtig sein. Nach dem Genuss von Erdnüssen, auf die ihr Partner allergisch reagiert, putzte sie sich die Zähne, spülte ihren Mund mit Mundwasser aus und kaute zwei Stunden lang Kaugummi. Dennoch schwollen nach dem Kuss die Lippen des Mannes an. Von diesen und anderen unglaublichen Geschichten berichtet auch Martina Frei in ihrem Buch „Das Mädchen mit den zwei Blutgruppen“.

Vorsicht Schatz, ich habe Erdnüsse gegessen!

So unromantisch es auch sein mag, sind Sie Allergiker mit besagter Lebensmittelallergie kann selbst das geplante Date im Krankenhaus enden. Teilen Sie Ihrem Partner mit, dass Sie allergisch sind und fragen, was er gegessen hat. Erst dann dürfen Sie sich voll und ganz Ihren amourösen Gefühlen hingeben.


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