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Sperma-Allergie: Das gibt's doch nur im Film, oder?

Nach 20 Ehejahren kommt es schon mal vor, dass manche Frauen eine regelrechte Allergie gegenüber Ihrem Partner entwickeln. Was sich im ersten Moment ganz amüsant anhört, hat einen durchaus ernsten Hintergrund: Etwa 80-100 Frauen leiden tatsächlich an einer Unverträglichkeit. Haben Sie Sex mit Ihrem Partner, stellen sich wenig später Juckreiz und Brennen ein.

Die Sperma-Allergie gibt es tatsächlich

Es gibt sie wirklich: Frauen, die auf ihren Partner allergisch reagieren. Weltweit gibt es etwa 100 Fälle, auch in Deutschland machte diese seltene Form der Unverträglichkeit bereits Furore. Eine 23-jährige Stuttgarterin stellte sich mit Brennen und Juckreiz vor; es kam heraus, dass sie das Sperma ihres Schatzes nicht vertragen hatte. Im Ernstfall sogar anaphylaktischer Schock Wie bei anderen Allergien auch treten bei der Sperma-Allergie unterschiedlich starke Beschwerden auf. So kommt es nach Oralverkehr beispielsweise zum Anschwellen der Mundschleimhaut sowie Pusteln auf der Zunge. Auch Erbrechen ist möglich. Nach dem Geschlechtsverkehr können Ausschlag im Intimbereich, Atemnot und Brennen auftreten. In ernsten Fällen kommt es sogar zum anaphylaktischen Schock.

Sex mit Nebenwirkungen

Nicht die Spermien selbst, sondern ein bestimmtes Eiweiß aus der Vorsteherdrüse (Prostata), das sich in der Samenflüssigkeit befindet, ist für die Unverträglichkeit verantwortlich.Mithilfe eines Scratchtests – hierbei wird die verdünnte Samenflüssigkeit in die angeritze Haut eingebracht – kann eine gesicherte Diagnose erfolgen.

Kondome schützen

Der einfachste Weg für Betroffene sich vor dem tückischen Brennen zu schützen, ist ein Kondom zu verwenden. Aber amerikanische Forscher haben auch allergieunterdrückende Medikamente entwickelt, die eingenommen werden können. Alternativ gibt es ein vaginales Verhütungsgel, das antiallergische Wirkstoffe enthält. Es wird wie eine Creme im Intimbereich aufgetragen.

Ich möchte schwanger werden!

Spätestens wenn sich betroffene Frauen ein Kind wünschen, dürfte auch den Letzten das Lachen vergangen sein. Aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, auch diesen Frauen weiterzuhelfen. Im Zuge einer Hyposensibiliserung kann der Allergologe versuchen, eine Toleranz gegenüber der allergieauslösenden Samenflüssigkeit herzustellen. Dies kann auf zweierlei Weise erfolgen.

  • Allergiespritzen

Hierbei werden der Frau über einen Zeitraum von mehreren Wochen kleine Mengen Sperma gespritzt. Die Menge wird kontinuierlich gesteigert.

  • ISGC (Intravaginal Seminal Graded Challenge)

Während dieser Behandlung werden in regelmäßigen Abständen kleinere Mengen Samenflüssigkeit in die Vagina gebracht, auch hierbei wird die Konzentration der Samenflüssigkeit schrittweise gesteigert. Allerdings dauert diese Behandlung nur einen Tag.

Bleibt eine Hyposensibilisierung ohne Erfolg, bleibt kann eine künstliche Befruchtung den Kinderwunsch erfüllen.


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