Willkommen bei myAllergo

Um alle Artikel vollständig lesen zu können, müssen Sie angemeldet sein.

Falls Sie noch keinen Account bei myAllergo haben, können Sie sich hier registrieren.

  • Bitte achten Sie auf Groß- und Kleinschreibung.
Allergiker müssen auch beim Brillenkauf zweimal hinschauen.

Brillenallergie – gibt es so etwas überhaupt?

Um es klar zu sagen, nein – eine spezifische Brillenallergie gibt es nicht. Aber Brillenfassungen, besonders die modischen, sind komplexe Produkte die unterschiedlichsten Anforderungen entsprechen müssen.

Die Hautverträglichkeit weicht dabei oft den Anforderungen nach Festigkeit und modischem Empfinden. So kommt es nach Aussage des Zentralverbandes der Deutschen Augenoptikern immer häufiger zu Kontaktallergien gegen Brillen.
Eine Brille trägt man schließlich den ganzen Tag. Über eine Million Menschen, die eine Sehhilfe tragen haben eine solche Kontaktallergie. Tendenz zunehmend.
Bei der Entscheidung  für eine Brille muss beim Allergiker ganz besonders auf die Materialien der Brillenfassung geachtet werden, damit solche Kontaktallergien möglichst vermieden werden.

Wenn die Haut brennt...

Kontaktallergien treten als allergisches Kontaktekzem in Erscheinung. Die einzelne Substanz, die die Allergie auslößt ist oft wegen der großen Anzahl von Stoffen, die die Allergie auslösen nicht genau zu lokalisieren. Wichtigste Auslöser sind jedoch Metalle und bestimmte Inhaltsstoffe von Reinigungsmitteln und auch einige Kunststoffe. Als typische Spätreaktion tritt das Kontaktekzem in der Regel 24 bis 72 Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Es ist anders als das atopische Ekzem begrenzt auf die Stellen, die mit der allergieauslösenden Substanz in Verbindung gekommen sind. Besonders kritisch ist es, wenn Körperschweis, die Materialien der Brille angreift und dadurch die Allergene direkt freigesetzt werden.  

Die richtige Fassung auswählen

Wichtig für den Allergiker ist daher, dass er seinem Optiker den Allergiepass vorlegt und selbst darauf achtet, dass er eine Brillenfassung wählt, die ausschließlich aus Polyamid, Acrylglas oder Epoxydharz besteht. Modisch und farbig interessante Kunststoff-Brillenfassungen sind in aller Regel aus Celluloseacetat, das mit Weichmachern und häufig auch mit UV Absorbern ausgestattet ist. Gerade diese Weichmacher und die verwendeten Farbstoffe können eine Ursache für die allergische Reaktion sein. Verstärkt muss der Allergiker auch auf die Pads achten, die bei der Brille verwendet werden. Auch hier gilt es genau nachzufragen und notfalls den Optiker im Werk des Herstellers anrufen lassen, aus welchem Material das Pad hergestellt wurde. Pads, die aus PVV hergestellt sind, sollte man meiden, da sich auch hierin kritische Weichmacher befinden. Zu empfehlen sind jedoch Pads, die aus Silikon gefertigt sind. Auch bei den Bügelenden ist es wichtig auf das Material zu achten (auch hier wieder fragen!) Ist es aus Celluloseacetat besser meiden. Günstig sind Bügelenden aus Exposidharz.

Nickel nicht zu empfehlen

Unkritisch vom Material sind die Scharnierelemente. Diese bestehen zwar oft aus nickelhaltigen Kupferlegierungen, da sie jedoch keine Berührung mit der Haut haben, sind allergische Reaktionen eher unwahrscheinlich.
Nicht blenden lassen sollte man sich bei Metallfassung von der Bezeichnung „Titan“ oder „Edelstahl“. Auch solche Fassungen enthalten Nickel und sind für den Allergiker nicht zu empfehlen. 50 % einer Titanbrille besteht aus Nickel. Einige Hersteller machen zur Verwendung angaben. Sobald das Nickel unlöslich in die Titan-Nickellegierung eingebunden ist, birgt auch eine solche Brille für den Allergiker ein geringes Risiko. Wenn es denn eine Metallfassung sein soll, ist der Griff zur reinen Titanfassung zu empfehlen. Diese Fassungen sind jedoch meist recht teuer und man sollte sich bestätigen, dass die Fassung zu 100 % aus Titan besteht.

Umtausch möglich

Einen wirklichen Segen für Allergiker stellen jedoch Brillenfassungen aus Naturmaterialien wie Holz oder Horn dar. Der einzige Fremdstoff bei diesen Fassungen ist das Metallscharnier, welches jedoch nicht mit der Haut in Berührung kommt und daher auch unkritisch ist.  Diese Brillen sind jedoch oft auch recht teuer und passen zudem nicht immer zu jedem Menschen. Eine Universallösung gibt es wegen der großen Bandbreite leider für den Allergiker nicht. Er sollte sich jedoch zu dem Optiker begeben, der willens und in der Lage ist, beim Hersteller sich nach den genauen Materialien zu erkundigen. Der Hersteller sollte die Angaben unbedingt schriftlich geben und dafür auch die Garantie übernehmen. Von Herstellern, die dies nicht tun sollte man keine Brille kaufen, da das Risiko einer allergischen Reaktion zu groß ist.
Besonders gut und für den Allergiker sehr sinnvoll ist dabei der Service der Hamburger Brillenkette Fielmann. Hier kann man eine Brille nach 6 Wochen ohne Begründung einfach zurückgeben. Auf Nachfrage teilte Fielmann sogar mit, dass auch in den Fällen, in denen nach den 6 Wochen es zu einer allergischen Reaktion kommt der Allergiker die Brille zurückgeben kann und sich ein neues Modell aussuchen kann.  Fielmann ist auch bereit die Materialien dem Allergiker offen zu legen und dafür die Garantie zu übernehmen. Um einen wirklich guten Durchblick zu haben bedarf es bei einer Kontaktallergie zwar eines gewissen Aufwands. Der lohnt sich jedoch in jedem Fall.


Artikel zum Thema

Was sagen Sie dazu? Verfassen Sie hier einen Kommentar:

Die mit * versehenen Felder sind Pflichtfelder, die einen Eintrag erfordern.

Meinungen

Wolfried Schröder, 01.01.70 02:16:
Das beste Brillenangebot hat meiner
Meinung nach sowieso Fielmann.
Dort wird mann wirklich sachgerecht
beraten.