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Mehlstaub - gefährlich für Bäcker
Arbeiten in der Backstube

Bayerischer Bäcker bekämpft erfolgreich Bäckerasthma

Bäcker Hans Gebert aus Gnodstadt, im bayerischen Landkreis Kitzingen, wird von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten mit der Arbeitssicherheitsmedaille in Silber ausgezeichnet. Der Bäckermeister erkrankte an der Berufserkrankung Bäckerasthma, wollte jedoch seinen Beruf nicht aufgeben und suchte nach einer Lösung. Er fand sie schließlich im Trennmehl. Die Erfolge in seiner Backstube können sich sehen lassen.

Bäckermeister Hans Gebert erhält demnächst von seiner Berufsgenossenschaft eine Auszeichnung - die Arbeitssicherheitsmedaillie in Silber - für seine Verdienste um die Gesundheit am Arbeitsplatz. Der bayerische Bäcker fand eine Methode, die beim Bäckerasthma typischen Beschwerden zu lindern.

Hans Gebert erinnert sich an die Zeit, in der die ersten Beschwerden auftreten: „Das war ganz schlimm. Ich bin nachts aufgewacht und hab' gedacht, ich überleb' die Nacht nicht mehr.“ Mit seinen Atembeschwerden ging Gebert sofort zum Arzt, die Diagnose war schnell gestellt: Bäckerasthma.

Bäckerasthma ist eine Allergie, die durch das regelmäßige Einatmen von Mehlstaub ausgelöst wird. Nach der Diagnose müssen viele Bäcker ihren Beruf aufgeben, weil die Atembeschwerden so schlimm sind, dass Arbeiten nicht mehr möglich ist.

Doch Hans Gebert wollte nicht aufgeben und suchte eine Lösung. Er wandte sich an seine zuständige Berufsgenossenschaft, die BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten), absolvierte Präventionskurse und nahm an Schulungen teil. Er versuchte die empfohlenen Absauganlagen und entwickelte schließlich ein Trennmehl. Dabei handelt es sich um ein spezielles staubarmes Mehl. Die Idee ist nicht neu, Mehl wird hierbei mit Wasser benetzt und anschließend getrocknet. Gebert packte das Mehl aus seiner Benetzungsanlage in den Backofen und trocknete es dort bei 300 Grad. Gebert erklärt: „Ich habe mich selbst als Versuchskaninchen genommen und das Mehl geworfen. Es war fantastisch. Bei dem zurückgetrockneten Mehl reagierte ich nicht mehr.“

Staubmessungen des BGN ergaben, dass das getrocknete Mehl fast keinen Feinstaub mehr enthält. Wo kein Mehlstaub ist, kann der Bäcker auch nicht allergisch reagieren. Peter Rietschel von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten erklärt: „Zum einen können leicht Erkrankte mit diesem Mehl immer noch im Beruf bleiben; zum anderen aber - das ist unsere große Hoffnung - erkranken die Bäcker gar nicht, wenn sie dieses Mehl verwenden.“

Dank der Erkenntnisse des bayerischen Bäckers ist die Anzahl der an Bäckerasthma erkrankten Bäcker deutlich zurückgegangen. In Fachkreisen spricht man mittlerweile sogar vom Gebert-Verfahren. Zudem spart die BGN viel Geld. Vor 20 Jahren waren noch um die 50 Millionen für berufsunfähige Bäcker ausgegeben worden – in nur einem Jahr.

Quelle: BR online, BGN


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