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Gesund wohnen - mit der ganzen Familie
Gesund wohnen - mit schadstofffreien Möbeln

Gesund wohnen: So kaufen Sie schadstofffreie Möbel ein

Alter Mief raus und neue Wohnideen rein. So lautet das Motto bei einer Renovierung. Beim Schwedendiscounter oder im Möbelhaus wird dann nach neuen Einrichtungsideen gesucht. Dass die neue Couch oder die neue Wohnwand oft gar nicht so gesund sind, merkt man, wenn die Augen tränen oder die Schleimhäute gereizt sind. Spätestens dann sollte ein Wohnraumexperte zurate gezogen werden.

Neue Möbel voller Schadstoffe

Möbel, die stark riechen, können Chemieschleudern sein. Es gibt aber auch eine Reihe von Schadstoffen, die geruchlos sind. Neue Möbel können eine Vielzahl verschiedener Stoffe ausdünsten. Ein bestimmter Neugeruch ist ganz normal, wenn dieser nach vier Wochen aber immer noch da ist, könnten die Möbel stark belastet sein. Möbel können beispielsweise Flammschutzmittel, Formaldehyd und flüchtige organische Verbindungen ausdünsten. In Leder- und Polsterbezügen finden sich oft sogenannte Antimone – ein Halbmetall, das im Verdacht steht, Hautreizungen zu verursachen. In Deutschland verboten sind PBDE, krebserregende Azofarbstoffe, FCKW und PCPs, Pilzschutzmittel. Importierte Ware kann aber dennoch damit belastet sein.

Naturmöbel können auch belastet sein

Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass kein Möbelstück zu 100 Prozent unbelastet sein kann. So enthalten Holzmöbel aus Kiefern- oder Tannenholz schon von Natur aus Terpene, sogenannte natürliche Lösungsmittel. Dabei handelt es sich um ätherische Öle, die zu Allergien führen können. Zusätzlich ist der Begriff Bio-Möbel und Öko-Möbel nicht geschützt. Wie so oft macht es die Menge. Der Trend geht dazu, die Räume voll mit Möbeln stellen. Auch wenn diese alle emissionsarm sind, können sie in der Masse dennoch zu Beschwerden führen.

Vertrauenswürdige Möbelsiegel

Allergiker sollten nur volldeklarierte und zertifizierte Möbel kaufen. Vertrauen schaffen beispielsweise das Öko-Control-Siegel, der Blaue Engel, sowie das goldene M. Öko-Control ist eine Tochtergesellschaft des Europäischen Verbandes ökologischer Einrichtungshäuser. Ausgezeichnet werden nur solche Möbel, die aus nachwachsenden Rohstoffen (kein Tropenholz) und unter Einsatz natürlicher Wachse und Öle hergestellt wurde, Pestizide dürfen nicht verwendet werden. Das Siegel Blauer Engel, hinter dem das Umweltbundesamt mit dem Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) steht, prüft ob Grenzwerte eingehalten werden und verbotene Stoffe nicht zum Einsatz kommen. Das goldene M der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel wird ebenfalls nur an Möbel aus pestizidfreiem Holz und aus nachhaltiger Fortwirtschaft vergeben.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Wohnraumgifte können zu verschiedenen Beschwerden führen. Möglich sind etwa Augenbrennen und -rötungen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Atemprobleme, Reizungen der Schleimhäute sowie Kopfschmerzen. Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Möbel für ihre Beschwerden verantwortlich sein könnten, heißt es, Profis zu beauftragen. Viele Labore haben sich auf Innenraumgifte spezialisiert. Die fraglichen Möbel werden untersucht und es werden Begehungen der Wohnung durchgeführt.

Das Institut für Angewandte Umweltforschung (IfAU) e.V. bietet zum Thema Innenraum-Schadstoffe auch eine telefonische kostenfreie Beratung an. Diese ist unter der Nummer 0800/72936000 zu erreichen.

Tipps für den Möbelkauf

  • Kaufen Sie keine Billigmöbel aus dem Ausland, diese können die in Deutschland verbotenen Stoffe enthalten 
  • Vergeht der Neugeruch nicht nach einigen Tagen, heißt es nachforschen 
  • Stellen Sie Ihre Wohnung nicht mit Möbeln voll, investieren Sie lieber in ein oder zwei hochwertige Möbelstücke
  • Fragen Sie im Möbelhaus gezielt nach Möbeln, die mit Gütesiegeln ausgezeichnet sind
  • Können Sie nachweisen, dass gesetzliche Richtwerte überschritten wurden, haben Sie Rückgaberecht

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