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Kinder mit Allergie impfen
Allergie-Kinder impfen

Kinder mit Allergie impfen: Das müssen Sie wissen

 

Impfen ist einer der umstrittensten medizinischen Methoden überhaupt. Doch gerade wenn bereits Allergien oder chronische Erkrankungen vorliegen, darf das Immunsystem durch eine schwerwiegende Krankheit nicht weiter belastet werden. Liegt jedoch eine Allergie gegen einen Bestandteil des Impfstoffs vor, muss besonders sorgfältig abgewogen werden, ob und wie geimpft wird.

Welche gerade kleine Allergiker geimpft werden sollten

Kinder mit Asthma sowie einem überempfindlichen Bronchialsystem sollten besonders gegen Keuchhusten und gegen die Grippe geimpft werden. Beide Erkrankungen können die Lunge besonders schädigen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen mit Atemwegsbeschwerden und Asthmatikern sich auch gegen Pneumokokken impfen lassen. Dabei handelt es sich um Bakterien, die unter anderem Lungen- und Hirnhautentzündungen verursachen können.

Kinder mit Neurodermitis sollten alle empfohlenen Schutzimpfungen erhalten, denn aufgrund der rissigen Haut haben es Erreger noch leichter einzudringen. Windpocken verlaufen bei vorhandener Neurodermitis besonders schwer.

Impfungen bei Allergikern

Bestimmte Substanzen in Impfstoffen sind bei Allergikern gefährlich. Hier sollte besonders sorgfältig abgewogen werden, ob eine Impfung nötig ist und gegebenenfalls nur im Krankenhaus geimpft werden.

  • Antibiotika

Antibiotika ist in vielen Impfstoffen enthalten, zum Beispiel Neomycin oder Polymyxin B. Sie hemmen das Wachstum unerwünschter Bakterien. Ist eine Allergie auf ein bestimmtes Antibiotikum nachgewiesen, sollte auf einen Impfstoff mit einem anderen Wirkstoff ausgewichen werden. Manche Impfstoffe kommen auch völlig ohne Antibiotika aus.

  • Formaldehyd

Formaldehyd ist nur noch in wenigen Impfstoffen enthalten, die größte Anzahl ist formaldehydfrei.

  • Gelatine

Gelatine ist manchmal Bestandteil des Mediums, auf dem die Erreger für den Impfstoff gezüchtet werden. Da auch Gelatine Unverträglichkeitsreaktionen verursachen kann, sollte bei einer nachgewiesenen Allergie oder Intoleranz auf andere Impfstoffe ausgewichen werden.

  • Hühnereiweiß

Am relevantesten bei Impfungen ist eine Hühnereiweißallergie. Hier ist allerdings nur die Allergie vom Soforttyp von Bedeutung. Das heißt, wenn Ihr Kind Hühnereiweiß isst und es Sekunden später zu Schwellungen im Mundraum, Atemnot und Hautausschlag kommt, leidet es am Soforttyp. In der Vergangenheit wurden viele Impfstoffe auf Hühnereiern gezüchtet. Heute züchtet man auf menschlichen Zellkulturen oder auf Hühnerfibroblastenkulturen (Fibroblasten - Zellen im Bindegewebe). Letztere bereiten Hühnereiweißallergikern keine Probleme.

Was sollte beim Impfen beachtet werden

  • Nicht in jeder Situation darf ein allergisches Kind geimpft werden.
  • Es darf nicht bei einem akuten Neurodermitis-Schub geimpft werden
  • In einer Phase schwerer Asthmaanfälle sollte nicht geimpft werden
  • Wird Kortison eingenommen, darf nicht geimpft werden
  • Liegt eine Pollenallergie vor, sollte nicht während der Pollensaison geimpft werden
  • Kinder mit Neurodermitis sollten nicht mit Impfstoffen, in denen Quecksilberverbindungen enthalten sind, geimpft werden

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