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Haustier bei einer Allergie?
Haustier bei einer Allergie? © Harald07/Fotolia.com

Haustier und Tierhaarallergie: Darf mein Kind einen Hund bekommen?

Katzen und Hunde sind für Kinder, die keine Allergie entwickeln sollen, grundsätzlich tabu. So lautete bisher die gängige Expertenmeinung. Doch neue Studien zeigen etwas anderes: Allergiegefährdete Kinder dürfen nicht nur ein Haustier haben, sie sollen es sogar, denn der frühe Kontakt mit Bello und Co. schützt vor einer Sensibilisierung gegenüber Tierhaaren. Aber nicht alle Tierarten sind erlaubt.

Verantwortung lernen

Haustiere sind viel mehr als kuschlige Wegbegleiter. Sie sind kleine Lehrer, die den Kindern Verantwortungsbewusstsein und Disziplin beibringen. Schließlich muss der Hund täglich Gassi gehen, eine Katze fühlt sich nur in einem sauberen Katzenklo so richtig wohl und Hamster brauchen kreative Beschäftigungslösungen, um seelisch gesund zu bleiben. Obendrein lernt das Kind so schon früh den Umgang mit dem Tod.

Hund ok, Katze nicht

Gute Nachricht für alle Hundefreunde. Die flauschigen Vierbeiner können für allergiegefährdete Kinder angeschafft werden. Studien zeigen, dass Kinder, die mit einem Hund zusammenleben, weniger anfällig für Allergien sind als Kinder ohne Wuffi. In der Studie des Medical College of Georgia und des Henry Ford Health Systems in Detroit nahmen 473 Kinder teil, die bis zu ihrem sechstem beziehungsweise siebtem Lebensjahr jedes Jahr auf Allergien getestet wurden. Diejenigen Kinder, die mit Haustieren aufgewachsen waren, entwickelten nur die Hälfte eine Allergie als die tierlosen Kinder. Andere Faktoren wie Zigarettenrauch wurden herausgerechnet.

Während Hunde gute Haustiere sind, sind Katzen und sämtliche Nagetiere (Hasen, Hamster und Meerschweinchen) nicht zu empfehlen. Die Haare dieser Tiere enthalten bestimmte Eiweiße, auf die das Immunsystem besonders stark reagiert.

Mein Kind hat Asthma

Ganz anders sieht die Sache mit Asthma aus. Laut dem Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V (ÄDA) und der Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) entwickeln Kinder, die schon sehr früh auf Katzenhaare sensibilisiert sind, viel wahrscheinlicher ein Asthma als nicht sensibilisierte Kinder. Allerdings gibt es hier Unterschiede zwischen Stadt- und Landkindern. Eine weltweit durchgeführte Studie zeigt: Kinder, die beispielsweise auf einem Bauernhof aufwachsen, entwickeln weniger oft Asthma als Stadtkinder.

Leidet Ihr Kind bereits unter Asthma sind leider alle haarigen oder fedrigen Haustiere tabu. Selbst wenn ein Allergietest für Hund oder Katze negativ ausfällt, raten Experten von einem felligen Freund ab. Fische oder eine Schildkröte sind Alternativen und können gefahrlos angeschafft werden. Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, dass nicht nur Hunde tolle Tiere sind.

Wenn das Haustier ins Heim muss

"Für Kinder ist der Verzicht auf Haustiere nur schwer einsehbar, und manche Eltern wechseln lieber den Arzt, als ihr Haustier abzugeben", so Dr. Joachim Heinrich vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit. Manchmal sollte Ihnen die Gesundheit Ihres Kindes aber wichtiger sein, die Traurigkeit, keinen Hund zu bekommen, ist schnell überwunden, allergische Reaktionen auf Tierhaare können aber im Einzelfall sogar gefährlich werden.

Bei einer bereits vorliegenden Sensibilisierung gegenüber Tierhaaren sollten Sie und Ihr Kind auf ein Haustier verzichten. Auch wenn das Haustier anfangs keinerlei Probleme verursacht und  später eine Allergie auftritt, sollten Sie  das Tier weggeben.


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