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Schon Ende der 80er-Jahre hat man erkannt, dass Kinder, die früh Infekte durchgemacht haben und dadurch Kontakt zu bestimmten Bakterien hatten, seltener an Allergien und Asthma leiden. Forscher der Berliner Charité konnten beweisen, dass Babys, die im ersten Lebensjahr häufig Schnupfen hatten, später seltener an Allergien erkranken. Weitere Studien zeigen, dass solche Kinder, die schon mit einem Jahr eine Kindertagesstätte besuchen, weniger häufig eine Allergie entwickelten als Kinder, die erst später in eine Kita gingen. Wie effektiv dies sein kann, zeigt der Vergleich der Allergiehäufigkeit in den alten und neuen Bundesländern.
Umfangreiche Gesundheitsbefragungen kurz nach dem Mauerfall bei Menschen aus den neuen und alten Bundesländern enthüllten, dass Allergien in Ostdeutschland deutlich seltener auftraten. Als Grund wird die sogenannte „Schmuddelkindtheorie“ gesehen. Demnach hatten die Kinder in den neuen Bundesländern mehr Geschwister und seien auch schon früh in Kontakt zu anderen Kindern gekommen. Des Weiteren wurden hier viel mehr Wurmerkankungen festgestellt. Die Theorie ist, dass in den neuen Bundesländern das Immunsystem der Kinder viel stärker gefordert wurde, sodass es später seltener zu Überreationen komme. In den vergangen Jahren haben sich die Zahlen immer weiter angenähert, bei jungen Menschen in den neuen Bundesländern treten Allergien nun genauso häufig auf, wie in den alten Ländern.
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