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Ernährungsumstellung bei einer Zuckerverwertungsstörung
Ernährungstagebuch führen © Denise Kappa - Fotolia.com

Ernährungsumstellung bei einer Zuckerverwertungsstörung: Der 3-Stufen-Plan

Nachdem wir alle wichtigen Süßungsmittel vorgestellt haben, wollen wir Ihen den 3-Stufen-Plan vorstellen, der auch von der DAAB empfohlen wird. Er besteht aus drei Phasen und dient dazu, persönliche Erfahrungswerte zu sammeln, die Ihnen helfen sollen, Ihre Ernährung nach Ihren Bedürfnissen zu gestalten. Ziel ist es Ihren individuellen Schwellenwert mit den problematischen Lebensmitteln zu ermitteln. Hierzu müssen Sie ein detalliertes Ernährungsprotokoll führen, in dem Sie aufführen, was Sie essen welche Beschwerden nach dem Genuss aufgetreten sind. Es ist ratsam, dieses Tagebuch sowohl mit einem qualifizierten Ernährungsberater als auch mit Ihrem Arzt zu besprechen.


1.Stufe – die Karenzphase

Zu Beginn der Ernährungsumstellung werden alle Lebensmittel mit einem hohen Laktose, -Sorbit- und Fruktosegehalt reduziert. Das sind alle jenen Lebensmittel, die für Ihre Bauchbeschwerden verantwortlich sind. Nach einer Weile wird sich Ihr persönliches Wohlbefinden enorm steigern. Aber Vorsicht: Diese Phase sollten Sie nicht länger als einen Monat durchführen, da sonst die Gefahr besteht, dass Fruktose, Laktose und Sorbit immer schlechter vertragen werden. So wird die Auswahl der problemlos zu genießenden Lebensmittel immer kleiner. Die erste Stufe sollten Sie etwa zwei bis vier Wochen lang absolvieren. Um die richtigen Lebensmittel zu finden, sollten Sie mit einem Ernährungsberater zusammenarbeiten. Dieser kann Ihnen auch Alternativen aufzeigen, damit Ihre Nährstoffzufuhr weiterhin gewährleistet bleibt. Als kleine Hilfe wird geraten, statt Haushaltszucker Traubenzucker zu konsumieren. Dieser wirkt als Transporthelfer und vermindert die Bauchbeschwerden.

Kleiner Tipp: empfehlenswerte Käsesorten mit wenig Laktose: Emmentaler, Bergkäse, Edamer, Steppenkäse, Tilsiter, Appenzeller, Chester, Limburger

2.Stufe – Testphase

Nach etwa vier Wochen ohne die problematischen Lebensmittel sollte Ihr Bauch viel entspannter geworden sein. Nun werden die beschwerdeauslösenden Nahrungsmittel schrittweise wieder eingeführ, die Fruktose, -Sorbit- und Laktosemenge wird langsam erhöht. Ziel dieser Stufe ist es, Ihren persönlichen Schwellenwert herauszufinden, dass heißt, welche Mengen können Sie essen, ohne dass Ihr Bauch wehtut. Nach und nach konsumieren Sie Lebensmittel mit einem modifizierten Zuckerwert. Zu Beginn sollten Sie nicht mehr als ein neues Lebensmittel einführen, auch um den Überblick zu behalten, was Sie in welcher Menge gut vertragen. Wichtig ist, dass Sie genau Buch führen, um später nachvollziehen zu können, was Sie essen dürfen. Die Laktosemenge sollte generell niedrig gehalten werden. Normale Milchprodukte sollten langfristig durch solche mit niedrigen Laktosemengen ersetzt werden. Einzige Ausnahme: Käse. Dieser wird generell gut vertragen.

Tipps: Kombinieren Sie Fett und Eiweiß, so können die Lebensmittel besser aufgenommen werden und verursachen weniger Beschwerden. Nehmen Sie Traubenzucker zu sich, auch er erhöht die Verträglichkeit.

3.Stufe: Langzeiternährung

Nachdem Sie genügend Erfahrungen mit Lebensmitteln mit einem mittleren Fruktose, -Sorbit- oder Laktosegehalt gemacht haben, können schrittweise auch wieder Lebensmittel mit einem hohen Zuckergehalt gegessen werden. Alle Lebensmittel aus der 2. Stufe, die Sie problemlos vertragen, können nun im Rahmen eines normalen Speiseplans integriert werden. In der dritten Stufe werden Sie leider häufig aus Lebensmittel treffen, die Sie nur eingeschränkt essen können. Auf Fruktose sollten Sie nun nicht länger verzichten. Ist Ihr Bauch ruhig und wollen Sie Ihre Nährstoffzufuhr sicherstellen, sind Obst und Gemüse wichtig.

Sollten Ihre Beschwerden nach der Ernährungsumstellung weiterhin bestehen, sollten Sie vom Arzt abklären lassen, ob nicht andere Erkrankungen vorliegen. Möglich sind beispielsweise Gallensteine, ein Reizdarmsyndrom oder Morbus Crohn.

Quelle: Alle Ernährungstipps können Sie auch in diesem Buch nachlesen „Köstlich essen. Fruktose, Laktose & Sorbit vermeiden“ Christiane Schäfer und Anne Kamp


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