Roggenpollen verursachen die meisten Probleme, da sie von allen Gräsern die höchste allergene Potenz besitzen. Die Pollen besitzen eine etwa fünfmal so hohe allergene Potenz wie Wildgräserpollen. Zudem enthalten die Pollen aggressive Antigene und werden in großen Mengen über eine große Entfernung verbreitet. Da die Pollen in so großer Menge gebildet werden, haben Pollenallergiker kaum eine Möglichkeit ihnen zu entkommen. Aus einer einzigen erblühten Ähre verteilen sich bis zu vier Millionen Pollen in der Luft. Dabei genügen bereits 10 bis 15 Pollen pro Kubikmeter Luft, um die typischen Beschwerden eines Heuschnupfens zu verursachen.
Roggen (bot. Secale cereale) gehört zu den Süßgräsern, in Mitteleuropa wird fast nur Winterroggen angebaut, der widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen ist. Roggenpollen blühen von Mitte Mai bis Mitte/Ende Juni. Dabei unterscheidet sich die Blütezeit sowohl regional als auch jedes Jahr. In den höher gelegenen Regionen beginnt die Blütezeit gewöhnlich etwas später.
Eine geringere Rolle spielen die anderen Getreidepollen. Weizenpollen etwa werden nur in geringen Mengen freigesetzt, da sich die Pflanze nicht über Windbestäubung vermehrt. Alle anderen Süßgräser wie Mais, Hafer, Hirse und Gerste übergeben die Pollen an den Wind, damit sie von einer anderen Pflanze fremdbestäubt werden.
Auch die beiden Untersorten des Hafers, Flug- und Wiesenhafer, gelten als starke Allergene.
Wer unter einer Roggenpollenallergie leidet oder auf andere Getreidepollen sensibilisiert ist, sollte Mehlprodukte meiden, da hier Kreuzallergien sehr häufig sind. Daneben sind folgende Kreuzreaktionen möglich:
Besonders Landwirte haben ein erhöhtes Risiko eine Berufsallergie auf Roggen- oder andere Getreidepollen zu entwickeln.
Die Beschwerden sind mit denen einer typischen Pollenallergie identisch, es können auftreten:
Dabei sind die Beschwerden in den frühen Morgenstunden am stärksten, erst in der zweiten Tageshälfte schwächen die Heuschupfen-Symptome wieder ab. Auch bei regnerischem, kaltem Wetter enthält die Luft weniger Pollen als an heißen Tagen.
Um eine Getreidepollen-Allergie zu bestätigen, wird ein Pricktest, eventuell ein RAST-Test und eine nasale oder bronchiale Provokation durchgeführt.
Zur Akutbehandlung der Beschwerden empfehlen sich rezeptfreie Medikamente für die Nase und die Augen zusammen mit Antihistaminika, um die Immunreaktion zu unterdrücken. Eine Immuntherapie ist bei einer Gräser- und Getreidepollenallergie sehr erfolgversprechend.
Stand: 22. März 2012
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