Zum Weltgesundheitstag: Gemeinsam gegen Antibiotikaresistenzen

Neue Studie: Ärzte verschreiben zu oft Antibiotika

Einer neuen Studie des „Deutschen Medizinischen Wochenblatts“ zufolge, bekommt jedes 2. Kind unter zehn Jahren beim Besuch des Kinderarztes ein Antibiotikum verschrieben. Auch bei Erwachsenen gilt Antibiotika als das Nonplusultra. Nach Einschätzung der WHO eine gefährliche Entwicklung. Immer mehr Erreger sind gegen Antibiotika resistent. Am heutigen Weltgesundheitstag thematisiert die WHO die ständig steigenden Antibiotikaresistenzen.

„Antibiotika werden oft und schnell verschrieben", sagt Prof. Tim Niehues, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Helios-Klinikum Krefeld. „In vielen Fällen sind diese Medikamente zunächst gar nicht angezeigt, da die Erkrankungen durch Viren ausgelöst werden und Antibiotika gegen Viren wirkungslos sind.“

Antibiotika, übersetzt bedeutet es „gegen das Leben“, vernichten nicht nur die krankmachenden Bakterien, sondern auch die guten. Jegliche Einnahme von Antibiotika ist ein großer Eingriff in den Körper. „Antibiotika sind hochwirksame, aber auch sehr starke Medikamente, die man nicht verharmlosen darf.“, so Frank Kipp, Mikrobiologe am Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster.

Antibiotika sind eine der wichtigsten medizinischen Errungenschaften. Mittlerweile werden sie von vielen als Allheilmittel betrachtet. Viele Eltern erwarten sogar, dass ihrem kranken Kind Antibiotika verschrieben werden. Dabei sind diese Medikamente bei klassischen Erkältungskrankheiten oder Magen-Darm-Infekten wirkungslos, da sie von Viren verursacht werden. Auch circa 80 Prozent aller Atemwegserkrankungen sind auf Viren zurückzuführen.

Infektionskrankheiten sind die weltweit häufigste Todesursache. Die Behandlung von Krankheiten wird durch den Anstieg von resistenten Erregern zunehmend schwerer. Für Patienten bedeutet dies nicht nur eine längere Behandlung, sondern auch, dass sich die Heilung verzögert oder gar nicht einstellt.

Im Jahr 2008 wurde in Deutschland die DART-Initiative eingeführt, in Kooperation mit vielen Bundesministerien, verschiedener Bundesärztekammern und der WHO soll sie bis 2013 die Ausbreitung der Antibiotika-Resistenzen verringern.

Über die DART-Inititiave

Die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) besteht seit 2008, ihr zentrales Ziel ist die Reduzierung und Verminderung der Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen in Deutschland. DART enthält umfassende Maßnahmen zur Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen.

Quellen: welt.de, Bundesministerium für Gesundheit

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