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Neue Strategien gegen Antibiotika-Resistenzen

Anfang Januar stellte Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner einen Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vor. Dieser zielt vor allem darauf ab, Resistenzen gegen Antibiotika in der landwirtschaftlichen Tierhaltung vorzubeugen. Der Einsatz von Antibiotika soll künftig beschränkt und stärker überwacht werden.

"Wir brauchen jetzt eine konzertierte Aktion: eine restriktive und auf ein Minimum beschränkte Anwendung von Antibiotika in der Tierhaltung, eine konsequente Überwachung der einschlägigen Regelungen und Anwendung von Antibiotika durch die Länderbehörden sowie, wo erforderlich, eine konsequente Ahndung von Verstößen" so Aigner.

Zudem soll die Haltung der Tiere verbessert werden, um haltungsbedingte Ansteckungen zu reduzieren. Aigner richtete einen Appell an die Bundesländer, die Kontrollen zu verstärken und Verstöße stärker zu ahnden. Zwar bestehen bereits Einschränkungen, jedoch obliegt es den Länderbehörden, diese auch umzusetzen und Verstöße zu ahnen. So dürfen Antibiotika laut Arzneimittelgesetz nur bei kranken Tieren, nicht jedoch zur Wachstumsförderung oder zur Verschleierung von Haltungsmängeln eingesetzt werden.

Des Weiteren sieht der Gesetzesentwurf vor, dass besonders Antibiotika, die in der Humanmedizin von Bedeutung sind, drastisch eingeschränkt werden. Darüber hinaus soll die Transparenz deutlich verbessert werden. Mitte 2012 sollen etwa Daten über die in Deutschland in Umlauf gebrachten Tierarznei-Mittel veröffentlicht werden. Anhand dieser Zahlen wird erkennbar sein, in welchen Postleitzahlbereichen besonders große Mengen Tierantibiotika an Tierärzte ausgeliefert werden. Zudem soll untersucht werden, welche Zusammenhänge zwischen dem mengenmäßigen Einsatz von Antibiotika und der Resistenzentwicklung bestehen.

2008 riefen das BMELV, das Ministerium für Bildung und Forschung sowie das das Gesundheitsministerium bereits die "DART"-Initiative ins Leben: Zentrales Ziel der "Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie" ist die Reduzierung und Verminderung der Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen in Deutschland.

Hintergrund: Antibiotika sind das wichtigste Instrument zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Werden Sie jedoch zu häufig eingesetzt, nimmt die Widerstandsfähigkeit der Bakterien gegenüber Antibiotika zu. Die Folge: es entwickeln sich Bakterien, gegen die nur noch sehr wenige oder keine Antibiotika mehr etwas ausrichten können - der MRSA-Keim etwa (ein Staphylococcus Aureaus-Stamm) ist gegenüber allen bisher verfügbaren Antibiotika resistent.

Ein weiteres Problem des ausufernden Antibiotika-Einsatzes sind Medikamentenallergien. Medikamente lösen sehr häufig allergische Reaktionen aus. Stunden oder erst Tage nach der Einnahme kommt es zu Hautausschlägen, Juckreiz oder Quaddelbildungen. Diese Hautbeschwerden werden unter dem Begriff des Arzneimittelexanthems zusammengefasst. Auch Sofortreaktionen wie Schwellungen der Schleimhäute, Niesen, Husten, Atemnot und Kreislaufbeschwerden sind möglich. Penicilline lösen etwa 20 bis 50 Prozent aller Nebenwirkungen und Allergien aus, aber auch andere Antibiotika aus der Gruppe der Beta-Laktam-Antibiotika, sowie Makrolide und Tetracyline sind für Medikamentenallergien verantwortlich. Rückstände im Fleisch der Tiere, die mit Antibiotika behandelt wurde, können zu Reaktionen und sogar anaphylaktischen Kreislaufzusammenbrüchen führen.

Quelle: Pressemitteilung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

23. Januar 2012

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