Aktiveres Immunsystem durch Allergie

Kontaktallergien steigern die Krebsabwehr

Kontaktallergien gehören neben Allergien auf Nahrungsmitteln zu den häufigsten Unverträglichkeitsreaktionen. Die überschießenden Reaktionen könnten aber auch positiv sein. Da das Immunsystem von Allergikern ständig aktiv ist, reagiert es offenbar auf manche Krebsarten schneller und tötet Krebszellen effektiver ab. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Kopenhagener Universität; die Studienergebnisse wurden auf dem Onlineportal „BMJ Open“ veröffentlicht.

Frühere Studien haben aufgezeigt, dass Menschen mit einer Typ-I-Allergie, etwa eine Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie bestimmte Krebsarten häufiger haben, andere jedoch seltener auftreten. Für Kontaktallergien gab es bislang keine Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Allergie und Krebs.

Dänische Forscher werteten Daten von circa 17.000 dänischen Erwachsenen aus, die Probanden wurden auf die gängigsten Kontaktallergien getestet. Alle Tests fanden zwischen 1984 und 2008 an einem Krankenhaus für Hauterkrankungen statt. In dem Studienzeitraum wurde der Gesundheitszustand der Studienteilnehmer weiterhin beobachtet. Zudem wurden auch die Einträge im nationalen Krebsregister auf die Teilnehmer hin überprüft.

36 Prozent der Teilnehmer reagierten positiv auf mindestens ein Kontaktallergen. Dabei zeigte sich, dass deutlich mehr Frauen allergisch reagierten als Männer; das Verhältnis Frauen zu Männern betrug 41 zu 26 Prozent. Etwa einer von fünf Teilnehmern entwickelte Tumore, gutartige wurden eingeschlossen. Von ihnen waren 38 Prozent positiv auf Kontaktallergien getestet worden. Es wurden nur Krebsarten berücksichtigen, von denen mindestens 40 Menschen betroffen waren.

Die Ergebnisse zeigen einen starken Zusammenhang zwischen Kontaktallergien und Krebs. Dieser war besonders bei vier Krebstypen deutlich. An Brustkrebs erkrankten 248 Nicht-Allergikerinnen gegenüber 151 krebskranken Allergikerinnen. An Gehirntumoren erkrankten 30 Nicht-Allergikerinnen gegenüber 11 nicht betroffenen Allergikerinnen. Auch an Hautkrebs litten weniger Allergiker als Nicht-Allergiker. Es erkrankten 238 Menschen mit einer nachgewiesen Kontaktallergie im Gegensatz zu 487 ohne solche Allergie.

Erhöht war jedoch das Risiko für Blasenkrebs. Die Forscher gehen davon aus, dass die erhöhten Zahlen Ergebnis eines veränderten Stoffwechsels sind. So sollen Allergiker mehr Giftstoffe ausscheiden.

Weitere Analysen, die etwa Risikofaktoren für Krebs wie Rauchen oder die soziale Stellung berücksichtigen, müssten folgen.

Quelle: BMJ, Focus

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