Immuntherapie: Tests mit neuem Allergie-Impfstoff gegen Gräserpollen

Am Institut für Pathologie und Allergieforschung der Medizinischen Universität Wien wurde ein neuer Impfstoff gegen die Gräserpollenallergie entwickelt. Der auf den Studien von Rudolf Valenta und seinem Team basierende Impfstoff befindet sich derzeit im Sicherheitstest an Patienten. Erweist sich der Impfstoff als sicher, könnte er zu einem Umbruch in der Immuntherapie führen.

„Das Prinzip basiert darauf, dass durch die Impfung mit rekombinant hergestellten Allergen-Konstrukten ohne die Gefahr von allergischen Reaktion bei dem Patienten eine schützende Immunantwort gegen die Allergene ausgelöst wird“, sagte Rainer Henning, Geschäftsführer von Biomay, dem Hersteller des neuen Impfstoffs.

Valenta und sein Team begannen, einen Impfstoff gegen Gräserpollen mit verbesserten Eigenschaften zu entwickeln. Zuvor konnten am selben Institut Pollenallergene in ihrer Aminosäurenzusammensetzung charakterisiert werden. Die herkömmlichen Impfstoffe bestehen aus weniger gut charakterisierten Pollen-Bestandteilen. Sie wirken nicht sehr zuverlässig, außerdem kann es während der Desensibilisierung zu allergischen Reaktionen kommen. Die klassische Immuntherapie dauert drei Jahre, es müssen zahlreiche Spritzen gegeben werden.

Der neue Impfstoff besteht aus Peptiden mit 20 bis 30 Aminosäuren. Diese werden aus den jeweiligen Gräserpollen-Allergenen hergestellt. „Dieses Konstrukt wird laut den bisherigen Studien (Labor und Versuchstiere) nicht von dem Allergie-auslösenden IgE-Antikörpern erkannt, auf der anderen Seite führt es zu einer starken schützenden Immunantwort durch Immunglobuline vom G-Typ“, so Henning.

Derzeit findet eine erste Sicherheitsstudie mit Patienten statt. Bis Juni 2011 sollen 60 Patienten in die Studie aufgenommen werden. Diese erhalten den Impfstoff via Prick-Test in die Haut. Anschließend wird gemessen, ob es an der Einstichstelle zu lokalen entzündlichen Reaktionen kommt.

Bereits im Herbst könnte die nächste Phase beginnen. In dieser sollen Gräserpollen-Allergiker in der Gräserpollen-freien Zeit drei Impfungen in verschiedenen Dosierungen erhalten. Es sollen Daten gewonnen werden, ob es durch die Impfung wirklich zu einer Immunantwort kommt, aus der ein Schutz entstehen könnte. „In dieser Studie sollen die Probanden dann in einer Klimakammer mit Gräserpollen 'provoziert' und ihre Reaktion darauf gemessen werden“, erklärt Henning.

Der neue Impfstoff könnte 2017 auf den Markt kommen. Das Unternehmen arbeitet außerdem an weiteren Impfstoffen gegen die Birken- und die Hausstaubmilbenallergie. Auch eine vorbeugende Allergie-Impfung für Kinder ist in der Entwicklung.

Quelle: kleine Zeitung 

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