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Kurz vor Jahresende stellte die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) neue Zahlen zum Thema berufsbedingte Hauterkrankungen vor. Demnach wurden in den Jahren 2010 und 2011 über 25 Prozent mehr beruflich bedingte Hauterkrankungen gemeldet als in den Vorjahren. Die Beschäftigten aus Gesundheits-, Pflege- und Beautyberufen wenden sich viel früher an ihre Berufsgenossenschaft, um sich helfen zu lassen - und den unfreiwilligen Berufsausstieg abzuwenden.
Im Jahr 2010 erhielt die BGW 6686 Meldungen des Verdachts auf eine beruflich bedingte Hauterkrankung, darunter aus Pflegeeinrichtungen, Kliniken, Friseursalons und weiteren Mitgliedsbetrieben. 2009 waren es "nur" 5326 Fälle. Bereits seit einigen Jahren nehmen die Meldungen kontinuierlich zu.
"Auf den ersten Blick wirkt das besorgniserregend", erläutert Dr. Verena Kagel von der BGW. "Es bedeutet jedoch nicht, dass es mehr beruflich bedingte Hauterkrankungen gibt." Ganz im Gegenteil: Der Anteil der schweren Fälle geht eher zurück. Im Jahr 2010 gab es bei der BGW nicht mehr berufsbedingte Hauterkrankungen mit Berufsausstieg als im Jahr 2009.
In der Vergangenheit haben Beschäftigte mit beruflich bedingten Hautkrankheiten einfach weiter gearbeitet - meist so lange, bis die Erkrankung so schlimm geworden war, dass der Berufsausstieg als einziger Weg offen blieb. "Aus Scham oder Angst vor Nachteilen am Arbeitsplatz haben viele ihre Erkrankung verheimlicht oder sie als nicht so gravierend angesehen, bis es zu spät war", so Dr. Kagel.
Die BGW ist die gesetzliche Unfallversicherung für das Friseurhandwerk, das Gesundheitswesen und die Pflege. Im Rahmen der Vorsorge hat sie breit angelegte Informationskampagnen begonnen, um solche Hauterkrankungen besser vorbeugen zu können. Es wurden beispielsweise bundesweit zehn Schulungs- und Beratungszentren eröffnet. Hier finden zielgruppenorientierte Hautschutz-Seminare und individuelle Hautsprechstunden statt. Dies hat sich in den entsprechenden Branchen herumgesprochen. Es melden sich nun besonders junge Berufsanfänger, wenn diese Hautveränderungen, vor allem an den Händen feststellen. "Auch viele Ausbilder und Chefs sind sensibler für die Hautproblematik geworden und schicken ihren Berufsnachwuchs zu uns, wenn sie Hautprobleme bemerken", berichtet Dr. Kagel.
Beruflich bedingte Hautprobleme beginnen oft bereits während der Ausbildung. Wiederkehrende Reizungen führen zu Sensibilisierungen und zur Allergie. Der häufige Kontakt mit Wasser schwächt die Hautbarriere. Auch das lange Tragen der Schutzhandschuhe schädigt die Haut, weil sie im feuchtwarmen Klima der Handschuhe ständig nass ist. Früher oder später können sich so Ekzeme entwickeln. Zudem ist die angegriffene Haut anfälliger für Allergene, etwa aus Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln.
"Wenn eine Allergie auftritt, muss die betreffende Substanz vollständig gemieden werden", erläutert Dr. Kagel. "Leider ist dies in einigen Berufen manchmal nicht möglich." Wer dagegen Hautirritationen rechtzeitig behandeln lässt und dann konsequent auf den richtigen Schutz der Haut achtet, kann meist in seinem Beruf tätig bleiben.
Quelle: Pressemeldung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
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