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Asthma: Placebos verbessern das Befinden

Eine neue Studie, sie wurde im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht, belegt den großen Nutzen für das Wohlbefinden von Asthmatikern. In Medizinerkreisen sorgte sie jedoch für Wirbel.

Im Rahmen der Studie wurden 40 Patienten mit leichtem Asthma in mehreren Sitzungen mit verschiedenen Methoden behandelt. Eine Gruppe erhielt einen Inhalator, der den Wirkstoff Albuterol enthielt. Eine zweite Gruppe wurde mit einem Inhalator behandelt, der keinen Wirkstoff enthielt, therapiert. Die dritte Gruppe erhielt eine Schein-Akupunktur und bekamen den Eindruck, dass sie mit den heilenden Nadeln behandelt werden. In einer vierten Gruppe erfolgte gar keine Behandlung.

Im Anschluss an die jeweiligen Therapien maßen die Forscher die Ein-Sekunden-Kapazität, sie misst wie viel Luft ein Asthmatiker in einer Sekunde ausatmen kann. Zudem erfolgte eine Befragung, die sich nach dem individuellen Befinden erkundigte. Die Probanden sollten angeben, ob sich ihre Asthma-Symptome verbessert haben.

In der ersten Gruppe verbesserte sich die Ein-Sekunden-Kapazität um etwa 20 Prozent, alle anderen Methoden bewirkten eine objektive Verbesserung um rund 7 Prozent. Beim subjektiven Befinden schnitten sowohl das Medikament als auch beide Placebo-Therapien gleich gut ab. Die Patienten berichteten von einer Verbesserung zwischen 40 und 50 Prozent. Die Gruppe, die gar nicht behandelt wurde, gab an, dass sich das Befinden um etwa 20 Prozent verbessert habe.

"Die Teilung des Placebo-Effekts zwischen subjektiver und objektiver Wirkung, die wir in dieser Pilotstudie beobachtet haben, könnte den Unterschied abbilden, den Sozialwissenschaftler zwischen der Behandlung von Krankheiten (objektive Physiologie) und der Behandlung von Leiden (subjektive Wahrnehmung) machen", schreiben Michael Wechsler von der Harvard Medical School in Boston und seine Kollegen.

Einige Mediziner bemängelten, dass das subjektive Befinden der Patienten auf eine Stufe mit dem objektiv messbaren Lungenvolumen gestellt würde. Tatsache ist: Placebos können keine Krankheiten heilen, aber Beschwerden lindern. Zudem spielt bei Asthma auch immer eine subjektive Komponente mit. So wird der individuelle Leidensdruck äußerst unterschiedlich empfunden. Während etwa Asthmatiker mit stark eingeschränkter Lungenfunktion kaum unter ihrer Erkrankung leiden, geht es anderen Patienten mit leichtem Asthma wesentlich schlechter.

Quelle: Spiegel Online

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