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Nasenduschen schützen vor Entzündungen

Regelmäßig durchgeführte Spülungen der Nase schützen diese bei Heizungsluft vor Infektionen. Darauf weist der Bundesverband der HNO-Ärzte hin.

„In geheizten oder klimatisierten Räumen trocknet die Schleimhaut der Nase besonders schnell aus. Dadurch ist die Selbstreinigung der Nase gestört, Keime können länger verweilen und so zu Infektionen der Nasenregion führen“, erklärte Jan Löhler vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Eine Nasendusche kann Vieles bewirken, sie schwemmt Schadstoffe und mögliche Krankheitserreger heraus, befreit die Nasenwege von überschüssigem Schleim und hilft außerdem bei der Regeneration angegriffener Schleimhautzellen.

Die Nasen-Schleimhäute werden außerdem schön feucht gehalten, wenn man viel trinkt, am besten Wasser und Teegetränke. Löhler empfiehlt außerdem den regelmäßigen Gebrauch meersalzhaltiger und pflegender Nasensprays. “Abschwellende Nasensprays beziehungsweise -tropfen sollten hingegen immer nur kurzzeitig angewendet werden, weil sie die Schleimhaut austrocknen und abhängig machen”, betont Löhler.

Nasenduschen zum sofortigen Einsatz gibt es in der Apotheke. Sie lässt sich aber auch ganz leicht selbst herstellen. Es wird einfach Wasser abgekocht, dieses noch lauwarme Wasser wird im Verhältnis 100 zu eins mit Kochsalz versetzt, sodass eine einprozentige Kochsalzlösung entsteht. Nun wird die Salzlösung in die Hand gegeben und mit einer Nasenseite hochgezogen. Nach dem Ausspucken wird dasselbe mit der anderen Seite wiederholt.

Nasenduschen werden am besten morgens durchgeführt. Idealerweise sollten Nasenduschen während der Heizperiode mindestens zweimal die Woche vorgenommen werden.

Quelle: HNO-Ärzte im Netz

Handy lösen Nickelallergie aus

Neuigkeiten von der Jahrestagung der amerikanischen Allergologen in Phoenix dürften vielen Menschen gar nicht gefallen. Demnach kann zu langes Telefonieren mit dem Handy zu allergischen Reaktionen führen. Dabei muss das Handy nicht zum Sprechen benutzt werden, immer mehr Zusatzfunktionen und Apps kommen auf den Markt, sodass die Allergiegefahr steigt. Auslöser ist das in vielen Handys enthaltene Schwermetall Nickel.

"Immer häufiger gibt es Patienten mit trockenen, krätzigen Stellen an Wangen, Kieferknochen oder Ohren. Meist sind sie ahnungslos, was diese allergische Reaktion ausgelöst haben könnte", berichtet Luz Fonancier vom New Yorker Winthrop University Hospital.

Besonders Vieltelefonieren und -nutzern wird Nickel im Handy zum Verhängnis. "Da immer mehr Menschen einen Vertrag mit unlimitierter Gesprächsdauer haben und entsprechend lange telefonieren, haben wir heute mehr Kontakt mit Nickel in Telefonen", so Fonacier.

Bei Nickel handelt es sich um eine Kontaktallergie, von der vier Millionen Deutsche betroffen sind. Der Allergieauslöser findet sich besonders häufig in Modeschmuck, aber auch in Uhren, Münzen und Gürtelschnallen. Bei den meisten nickelhaltigen Gegenständen ist der Kontakt meist zu kurz, um allergische Reaktionen auszulösen. Bei Brillen und Schmuck gibt es mittlerweile sogar Nickel-Grenzwerte. Für Handys gelten diese nicht.

Symptome einer möglichen Nickelallergie sind Juckreiz, rote Stellen und Bläschen. Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist, den direkten Kontakt mit dem Telefon zu meiden.

Tipps:

  • Nutzen Sie eine Plastikschutzhülle
  • Auch können Ohrstöpsel oder eine Freisprechanlage benutzt werden 
  • Achten Sie auf Handy-Modelle achten, die kein Nickel enthalten
  • Kaufen Sie Vorführmodelle. Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen weist darauf hin, dass Vorführmodelle weniger Nickel abgeben als das entsprechende Verkaufsmodell

Lesen Sie weiter zum Thema Nickelallergie:

Paraffin in Duftkerzen fördert Asthma

Duftkerzen aus Paraffin können beim Abbrennen die Atemwege reizen und Asthma verursachen, davor warnt die Deutsche Lungenstiftung.

"Paraffin-Kerzen werden aus Petroleum hergestellt", erklärte Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung e.V. (DLS).

Besonders solche Menschen, die bereits eine Duftstoffallergie entwickelt haben, riskieren allergische Reaktionen der Atemwege und der Haut.

"Eine gelegentliche Duftkerze wird bei Gesunden sicher keinen Schaden anrichten, aber das tägliche Abbrennen zahlreicher Paraffin-Kerzen vor allem in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen wie einem Badezimmer kann Probleme verursachen", warnt Morr. Morr empfiehlt ausreichendes Lüften oder gar das Aufstellen von Ventilatoren im Zimmer, wenn Duftkerzen benutzt werden.

Vorsicht ist auch vor sogenanntem "Duftmarketing" in Supermärkten und Kaufhäusern geboten. "Wenn diese Düfte zum Beispiel über die Klimaanlage in den Verkaufsräumen verteilt werden, ist kaum anzunehmen, dass die Hersteller dieser Duftstoffe zumindest auf jene verzichten, die bekanntermaßen Allergien auslösen. Und auch wenn sie dieses täten, besteht ein Risiko, da längst noch nicht alle Inhaltsstoffe eines Duftmarketings auf mögliche Reaktionen in den Atemwegen getestet worden sind", erklärt der Experte.

Quelle: Lungenärzte im Netz

Lesen Sie weiter zum Thema Duftstoffe und Weihachten

Giftiges Kinderspielzeug: Weihnachtsgeschenke adé?

Neueste Tests der Stiftung Warentest enthüllen Erschreckendes. Demnach sind 80 Prozent der geprüften Spielzeuge mit Schadstoffen und allergieauslösenden Substanzen belastet. Nicht etwa nur Fernost-Spielzeug war betroffen, sondern teure Markenhersteller. Auch überraschend: Holzspielzeug war stärker belastet als Plastikspielzeug. Muss Weihnachten dieses Jahr ausfallen oder was kann man für seine Kinder noch kaufen?

„Die Ergebnisse sind erschreckend und müssen Eltern beunruhigen.“, so Hubert Primus von der Stiftung Warentest. Zu den gefundenen Chemikalien gehören etwa die als krebserregend geltenden polyzyklisch aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), Weichmacher, Formaldehyd, Schwermetalle und zinnorganische Verbindungen. Durch das Bespielen lösen sich die Stoffe aus dem Spielzeug und gelangen in den Organismus der Kinder.

Siegel wenig vertrauenserweckend. Auf Prüfsiegel wie CE; GS und TÜV Süd ist wenig Verlass, denn diese waren überall drauf. Diese Siegel besagen lediglich, dass Grenzwerte eingehalten werden und sich die Hersteller an EU-Richtlinen halten. Richtige Qualitätszeichen sind etwa „Spielgut“ oder LGA/toxproof.

Grenzwerte gelten für alle. Das ist Teil des Problems, denn die meisten Hersteller halten sich an gesetzliche Vorgaben und überschreiten keine Vorgaben. In einem 1994 durchgeführten Test war ausgerechnet in einem Steiff Teddy Formaldehyd gefunden worden. Dass Kinder alles in den Mund nehmen und empfindlicher auf Schadstoffe reagieren, ist in den Schadstoffverordnungen nicht bedacht worden.

Steiff-Teddy aus China. Auch viele deutsche Firmen lassen aus Kostengründen mittlerweile in Fernost produzieren. Das Herkunftsland der Spielzeuge spielt keine Rolle bei der Qualität. Nach wie vor gilt aber: China-Spielzeug hat noch immer die größte Rückrufquote.

Tipps für den Weihnachtseinkauf

  • Kaufen Sie kein Spielzeug, auf dem die Herstellerangaben und das Herkunftsland fehlen
  • Stöbern Sie auf Flohmärkten oder im Internet nach Spielzeug, bei gebrauchtem Spielzeug sind die meisten Schadstoffe schon verflogen
  • Machen Sie den Geruchstest. Alles was chemisch riecht, muss im Laden bleiben.
  • Werden Sie selbst kreativ und basteln etwa ein Stofftier aus Stoffresten.
  • Testen Sie das Spielzeug ausgiebig. Kuscheltiere sollten keine Fasern verlieren, bei anderem Spielzeug müssen alle Teile fest miteinander verbunden sein, sodass abgefallene Einzelteile nicht verschluckt werden können

Lesen Sie weiter zum Thema Spielzeug:

Allergie im Jobgespräch nicht verschweigen

Das Bewerbungsgespräch gehört zu den wichtigsten Erlebnissen im Leben. Um sich optimal darauf vorzubereiten, sollten Unternehmensinfos gesammelt und die Persönlichkeit auf Herz und Nieren geprüft werden. Auch der Allergiecheck sollte bei Jugendlichen zu einer Berufsvorbereitung gehören. Denn besteht unwissentlich eine Allergie auf bestimmte Berufsallergene kommt es zum Abbruch der Ausbildung. Wer schon eine Allergie hast, sollte diese nicht im Jobgespräch verschweigen.

Einige Fragen sind im Jobgespräch nicht erlaubt, bei diesen hat das Bundesarbeitsgericht das „Recht zur Lüge“ eingeräumt. Im Fall Allergie liegt die Sache aber anders. Hier sollten Jugendliche wahrheitsgemäß antworten. Kommt die Allergie später heraus, droht die Kündigung wegen arglistiger Täuschung. Ist die Allergie gar so schwer ausgeprägt, dass der Job nicht mehr ausgeübt werden kann, muss das sogar ungefragt mitgeteilt werden. Dies wird im Arbeitsrecht als Offenbarungspflicht bezeichnet.

Hintergrund: Berufsallergien nehmen in vielen Branchen zu. Mehr als 30.000 Jugendliche müssen jedes Jahr ihre Ausbildung abbrechen, weil sich bei ihnen eine Berufsallergie entwickelt hat. Die Früherkennung ist besonders wichtig. Bevor der Traumjob ausgeübt wird, sollte ein Allergietest durchgeführt werden. In Risikoberufen verlangt der Ausbildungsbetrieb meist sogar einen solchen.

Tipps für Jugendliche:

  • Bevor Sie sich für den Traumjob bewerben, sollte ein Allergietest auf mögliche Berufsallergene durchgeführt werden
  • Machen Sie ein Praktikum in Ihrer Traumberufsbranche
  • Besteht bereits eine Allergie, hilft das Arbeitsamt bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz

Lesen Sie weiter zum Thema Berufsallergie:

Zeolithhaltige Waschmittel: Keine Hinweise auf allergische Reaktionen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat geprüft, ob durch Zeolithe in Waschmitteln allergische Reaktionen wie Kopfjucken oder Hautreaktionen hervorgerufen werden. In Tierversuchen konnten keine allergischen Reaktionen beobachtet werden. Auch gibt es bislang keine Berichte über allergische Reaktionen beim Menschen.

Etwa ein Drittel der in der EU verkauften Waschmittel enthalten Zeolithe. Vor allem synthetische Zeolithe (hier besonders A, P, X und Y) werden eingesetzt. Da sich Zeolithe aufgrund ihrer Eigenschaften als Wasserenthärter eignen, werden sie zunehmend als Phosphat-Ersatz eingesetzt. Phosphate belasten die Umwelt.

Bei wassersparenden Programmen und bei bestimmten Geweben können Reste des Waschmittels zurückbleiben, auch Zeolithe. Im Tierversuch erwiesen sich die Zeolithe Zeolithe A, Y und X als schwach augenreizend. Die Wissenschaftler sehen diese Augenreizungen aber als Folge der mechanischen Reizung oder einer lokalen pH-Änderung. In Tierversuchen traten keine allergischen Reaktionen auf. Auch für den Menschen liegen keine allergieauslösenden Eigenschaften vor.

Quelle: BfR

Tipps

  • Beobachten Sie nach dem Ausprobieren eines neuen Waschmittels Hautreizungen, sollten Sie das Produkt wechseln
  • Beobachten Sie bei allen herkömmlichen Waschmitteln Hautreizungen sollten Sie der Waschnuss eine Chance geben

Lesen Sie weiter zum Thema Waschmittel und Textilien:

Kinderparfüms können Allergien auslösen

Wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) am Wochenende mitteilte, sind bei der Hälfte der 16 untersuchten Kinderparfüms allergene Duftstoffe entdeckt worden.

Besonders dreist: eines der Parfüms warb mit der Bezeichnung „gut verträglich“, enthielt aber ebenfalls allergene Duftstoffe. Gegen dieses Kinderparfüm konnten die Verbraucherschützer vorgehen. Gegen die anderen Übeltäter nicht, denn die Verwendung der allergenen Duftstoffe ist rechtlich zulässig. Die Verbraucherschützer betonten aber, dass derart hohe Konzentrationen weder nötig noch kindgerecht seien.

Bei den 16 getesteten Produkten war die Hälfte auffällig. Bei ihnen waren zwischen 3 und 17 allergieauslösender Duftstoffe entdeckt worden.

Da die Haut von Kindern dünner und durchlässiger ist, ist sie gegenüber kosmetischen Inhaltsstoffen und allergenen Substanzen besonders empfindlich. Anzeichen einer Allergie auf Duftstoffe können Hautreizungen und Juckreiz sein.

Tipps für Mütter:

  • Verzichten Sie auf Kinderparfüms und lassen Sie Ihr Kind die Natur und deren Gerüche entdecken
  • Hat Ihr Kind Asthma oder andere Allergien sollten Sie ebenfalls auf Kinderparfüms verzichten
  • Reagiert Ihr Kind auf den Duft, sollten Sie beim Kinderarzt einen allergologischen Test durchführen lassen

Lesen Sie weiter zum Thema: alles rund um die Duftstoffallergie

Gartenarbeit im Herbst: Das sollten Allergiker beachten

Patienten mit Pollen verursachtem allergischem Asthma sollten bei den nun anstehenden Arbeiten im Garten besonders aufpassen. Die Deutsche Lungenstiftung Hannover gibt Gartenbesitzern wertvolle Verhaltenstipps.

„Man muss sich bewusst sein, dass die Belastung mit Pollen durch Pflanzen im eigenen Garten etwa zehnmal größer ist, als durch Pflanzen, die außerhalb des Grundstückes – also weiter weg - stehen“, erläutert Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung. Und weiter: „Wer unter einer Pollenallergie leidet, sollte die Anzahl stärker Pollen bildender Pflanzen im eigenen Garten begrenzen oder sie möglichst weit entfernt vom Hauseingang, anderen Türen und Fenstern positionieren. Wenn möglich sind auch weibliche Pflanzen zu bevorzugen, die die heran gewehten Pollen der männlichen Vertreter ihrer Art auffangen, und so die Pollenintensität verringern“.

Allergiker sollten auf Sorten für Allergiker ausweichen. Es gibt Pflanzen, die eher Asthmabeschwerden auslösen und solche, die weniger gefährlich sind. „Fuchsschwanz, Sonnenhut, Holunder, Wachholder, Pfingstrosen, Mohnblumen und Liguster gehören zum Beispiel zu den Sorten, die bei entsprechender Empfindlichkeit der Betroffenen Atemnot verursachen können“, berichtet Morr. „Besser wäre es, sich stattdessen mit Azaleen, Begonien, Bougainvillea, Gladiolen, Ringelblumen, Stiefmütterchen, Löwenmäulchen oder Veilchen zu umgeben. Und als Frühlingsblüher sind Narzissen und Tulpen übrigens sehr viel besser geeignet als Krokusse, auf deren Pollenstaub viele Patienten allergisch reagieren.“

Bei allen Gartenarbeiten, die jetzt im Herbst anfallen, sollten Asthmatiker eine Atemmaske beziehungsweise eine Schutzbrille tragen. Bei den meisten Arbeiten, die jetzt im Herbst getan werden müssen, etwa das Anlegen neuer Beete, Umtopfen sowie dasUmgraben des Bodens wird Staub aufgewirbelt. „Aber auch durch häufiges Bewässern lässt sich die Menge an Allergenen und Schimmelpilzen in der Atemluft reduzieren“, betont Morr.

„Und wer eine Allergie gegen Gräserpollen hat, sollte zum Winterfestmachen der Pflanzen natürlich auch kein Stroh verwenden, sondern die Schützlinge lieber mit z.B. Jutesäcken abdecken.“

Quelle: Lungenärzte im Netz

Lesen Sie weiter zum Thema Pollenallergie und Asthma:

Deutscher Lungentag informiert: Klimawandel belastet Allergiker

Zwar gibt es auch positive Aspekte des Klimawandels, zum Beispiel steigen die Temperaturen im Herbst kontinuierlich an, Allergiker jedoch können sich über den Klimawandel nicht freuen.

„Die Verbreitung und die Zusammensetzung der Pollen zeigen Veränderungen, bedingt durch wärmere Winter- und Herbstmonate“, sagte Professor Karl-Christian Bergmann vom Allergiezentrum des Berliner Universitätsklinikums Charité. „Eine Folge ist, dass die „Saison“ für die Heuschnupfenpatienten früher beginnt und später endet.“

Bergmann erklärt, dass es teilweise schon Mitte Dezember losgehe mit den Haselnusspollen. Kräuterpollen wie Beifuß und Ambrosia wiederum fliegen länger, sodass die Heuschnupfen-Saison erst Ende Oktober, Anfang November aufhört. „Das gab es früher so nicht: Ende Januar, Anfang Februar ging es los und Anfang Oktober war Schluss“, sagt Bergman.

Nach Angaben Bergmanns steigt auch die Anzahl der Pollen-Asthmatiker. „Die Pollen wirken zusammen mit anderen Stoffen, die mit in der Luft sind. Pollen können sich etwa mit Rußpartikeln vom Dieselmotor zusammentun. Wenn diese Kombination eingeatmet wird, hat sie eine wesentlich stärkere Wirkung für die Allergie, als wenn ich die Stoffe getrennt einatme“, erklärt Bergmann.

Hinzu kommen neue Pollen, etwa die der aus Amerika stammenden Ambrosia oder des italienischen Glaskrauts. Zudem werden die Pollen aggressiver und allergener.

Eine weitere Entwicklung, die Bergmann beobachtet, ist, dass auch Senioren Heuschnupfen entwickeln. „Vor Jahrzehnten bekamen die meisten als Kind oder Jugendlicher diese Allergie. Heute kommen 70-Jährige zu uns in die Charité und wir stellen einen ganz frischen Heuschnupfen fest“. Dies sei neu und außergewöhnlich, wundert sich Bergmann.

Auch die zunehmende Anzahl der Kreuzallergien stellt Bergmann mit Besorgnis fest. Viele Pollenallergiker vertragen Kern- und Steinobstarten oder Gemüse nicht mehr. So können Birkenpollenallergiker auf einmal keinen Apfel mehr essen. „Bei ihnen schwillt die Zunge an, die Mundschleimhaut brennt, ein starker Juckreiz ist da. Diese Unverträglichkeit hat mittlerweile jeder zweite Heuschnupfenpatient in Deutschland.“

Quelle: dpa

Tipps für Pollenallergiker:

  • Am besten in den ersten 5 Jahren nach Auftreten der Pollenallergie handeln 
  • Am wirksamsten ist bei Pollenallergien noch immer die Immuntherapie
  • Bei leichteren Fällen helfen Antihistaminika gut

Lesen Sie weiter zum Thema Pollenallergie: Ambrosia Allergie, alles zu Kreuzallergien und Immuntherapie.

 

Füße bei Kälte regelmäßig eincremen

Dicke Socken, festes Schuhwerk versiegeln den Fuß und schützen ihn vor Straßenschmutz, feuchtem Laub und Schnee. Für die Haut sind diese Bedingungen aber alles andere als ideal. Wird die Haut an den Füßen nicht regelmäßig eingecremt, trocknet sie aus. Im schlimmsten Fall können sogar blutige Risse entstehen.

In der neuesten Ausgabe seiner Zeitschrift „Allergie konkret“ gibt der Deutsche Allergie- und Allergiebund (DAAB) Tipps, wie die Füße geschützt werden können.

Vor dem Eincremen sollten die Füße gewaschen und anschließend gründlich abgetrocknet werden. Auch ein rückfettendes Fußbad ohne ätherische Öle pflegt geschundene Füße. Beim Eincremen sollten Pflegeprodukte mit einem hohen Fettanteil bevorzugt werden. Es gilt der Grundsatz: je trockener die Haut, desto höher sollte der Fettanteil sein. Pflegende Inhaltsstoffe wie Harnstoff, pflanzliche Öle, Glycerin und Panthenol machen die Füße wieder geschmeidig. Auch ein rückfettendes Fußbad ohne ätherische Öle pflegt geschundene Füße.

Vor allem Ekzempatienten und Atopiker sowie ältere Patienten sollten ihre Fußpflege intensivieren. Neurodermitispatienten bekommen im Herbst, wenn die Luft trocken und kalt ist, häufiger Ekzemschübe. Bei älteren Menschen kann die Schwelle von trockener Haut zum „Austrocknungsekzem schnell überschritten werden. Dann ist die Haut gerötet, juckt stark und entzündet sich sehr leicht.

Tipps für Allergiker und Neurodermitiker

  • Tragen Sie geschlossenes Schuhwerk nur solange wie nötig
  • Tragen Sie Baumwollsocken statt synthetischer Socken
  • Cremen Sie Ihre Füße regelmäßig ein

Lesen Sie weiter zum Thema Hautpflege: Wie sollten Neurodermitiker ihre Haut pflegen? Was eine Badetherapie bringt.

Allergietests von gestern

Allergietests von gestern: Neue Kontaktallergien können nicht mehr festgestellt werden

Der Vorsitzende der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe beklagt, dass neu auftretende Kontaktallergien durch unbekannte Substanzen nicht mehr diagnostiziert werden können.

Grund ist eine Änderung im Arzneimittelgesetz (AMG) im Jahr 2005. Seitdem müssen neue Testsubstanzen wie Arzneimittel zugelassen werden. Dieses Verfahren ist aber viel zu teuer und unnötig, sagen viele Allergologen.

"De facto ist die Entwicklung neuer Epikutantestsubstanzen in Deutschland seit 2005 tot", beklagt Privatdozent Dr. Johannes Geier, Göttingen, Vorsitzender der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe (DKG), auf dem Deutschen Allergie-Kongress in Hannover.

Epikutantests, auch Pflastertest, sind die Standardmethode, um eine Kontaktallergie nachzuweisen. Jedoch können nur noch Stoffe, die vor 2008, hier endete die Übergangsfrist, nachgewiesen werden. Aktuell stehen Substanzen in Haarfärbemitteln in dem Verdacht, Allergien auszulösen. Da es keine Testsubstanzen gibt, lassen sie sich nicht identifizieren.

Die für die Zulassung der Testsubstanz nötigen Studien können sich kein Hersteller zu vertretbaren Kosten leisten. Geier nennt als Preis für den Zweijahresvorrat einer Substanz zwischen 8 und 15 Euro. Damit könnten Hautärzte rund 200 Tests vornehmen. "Mit Patientensicherheit hat die Änderung des AMG nichts zu tun", betont Geier. "Seit es Epikutantests gibt, ist kein Patient dabei ernsthaft zu Schaden gekommen. Das Risiko ist null."

Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) verlangt, zur alten Regelung zurückzukehren. Früher entwickelten Allergologen und Hersteller "auf dem kurzen Dienstweg" Testsubstanzen und stellten sie zu erschwinglichen Kosten zur Verfügung.

Quelle: DGAKI

Lesen Sie weiter zum Thema Kontaktallergie:

Welche anderen Hauttests zur Diagnose einer Allergie gibt es, was sind die häufigsten Kontaktallergien in Deutschland.

 

Beikostaufbau bei Neurodermitis
Babys dürfen Fisch essen

Allergenarme Beikost verhindert keine Neurodermitis

Schwangere und Babys dürfen sich über mehr Freiheiten beim Essen freuen. Denn die „Auswertungen großer Studien zur Vorbeugung allergischer Erkrankungen haben überraschenderweise ergeben, dass die bislang geübte Praxis des ‘vorsichtigen’ Kostaufbaus zur Verhinderung der Neurodermitis nicht sinnvoll war”, sagte Professor Dr. Thomas Werfel, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) auf dem 5. Deutschen Allergie-Kongress in Hannover.

Demzufolge entwickelt das Immunsystem des Menschen etwa ab dem 5. Lebensmonat eine „orale Toleranz“. Nahrungsmittel werden nicht mehr als bedrohlich angesehen. “Das Zufüttern von Lebensmitteln scheint in dieser Phase mit einem verminderten Risiko der Entstehung von Allergien verbunden”, sagte Werfel.

Schwangeren und Kindern wird nun ausdrücklich Fisch empfohlen. Kinder ab dem 5. Monat dürfen und sollen sogar Fisch bekommen. “Die Rate von Ekzemen war in Studien bei Kindern, denen früh Fisch zugefüttert wurde, signifikant niedriger”, betont Werfel.

Nach wie vor gilt: In den ersten vier Lebensmonaten sollte voll gestillt werden.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. – DGAKI

Tipps:

  • Führen Sie Beikost schrittweise ein, also nur ein neues Lebensmittel pro Woche
  • Gestalten Sie die Beikostmahlzeiten so einfach wie möglich, Ihr Kind benötigt keine ausgefeilten Menüs
  • Geben Sie Ihrem Kind anfangs nur wenige Löffel der Beikost, um zu sehen, wie es darauf reagiert

Lesen Sie weiter zum Thema Neurodermitis:

Wie bunte Anzüge Ihren Kindern helfen können, wie Badetherapien Ihrem Kind guttun und wie die Hautpflege bei kleinen Neurodermitis-Patienten aussehen sollte.