
Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie entwickeln häufig weitere Allergien. Ursache sind Kreuzreaktionen zwischen strukturell verwandten Allergenen. Warum es zu diesen Kreuzreaktionen kommt, untersuchten Forscher der Medizinischen Universität Wien. Sie entdeckten die sogenannten nsLTP-Proteine.
Im Mittelpunkt der Forschung standen spezielle Nahrungsmittelallergene, die sogenannten „non-specific lipid transfer proteins“ (nsLTP). Diese Pflanzenallergene kommen in vielen Früchten und Gemüsesorten, aber auch in Getreidesorten und einigen Pollen vor. Aufgrund der kompakten Struktur der nsLTPs werden sie im Magen-Darm-Trakt nicht abgebaut. Hier lösen sie Immunreaktionen aus, die zu schweren allergischen Beschwerden führen können.
Das Team um Barbara Bohle untersuchte die Funktion der nsLTP-Familie als Auslöser für Kreuzreaktionen. Es entdeckte, dass in Patienten mit Pfirsich- und Haselnussallergie sowohl die zelluläre Reaktion als auch die Antikörper deutlich stärker gegen das Pfirsich- als gegen das Haselnussallergen ausgeprägt sind.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass zuerst eine Sensibilisierung gegen das Pfirsichallergen erfolgt. Durch die Kreuzreaktion mit der nsLTP Familie treten weitere Nahrungsmittelallergien auf. Diese Definition der nsLTP-Allergenfamilie als „Allergie-Multiplikator“ kann jetzt Diagnose- und Therapieverfahren verbessern.
Das Prinzip des sensibilisierenden Hauptallergens einer Allergenfamilie wird auch bei der Birkenpollen-assoziierten Nahrungsmittelallergie beobachtet. Hierbei werden Patienten gegen das Birkenpollenallergen Bet v 1 sensibilisiert. Diese entwickeln infolge einer Kreuzreaktion mit Bet v1-verwandten Allergenen allergische Beschwerden gegen diverse Früchte, Gemüse und Sojaprodukte.
Die Forschungsergebnisse wurden in der “Allergy” (Februar 2011) veröffentlicht.
Quelle: Pressemitteilung der Medizinischen Universität Wien
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